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Hochschulförderung : Hochschule für Gestaltung wird neu gebaut

  • -Aktualisiert am

Neubau bis 2025: Der Offenbacher Hafen wird zum neuen Standort der Hochschule für Gestaltung. Bild: Rainer Wohlfahrt

Die Hochschule für Gestaltung soll an die Offenbacher Hafeninsel umziehen. Mit dem Kulturcampus Bockenheim und dem Neubau am Offenbacher Hafen könnten so zwei neue Kreativstandorte im Rhein-Main-Gebiet entstehen.

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          Die Hochschule für Gestaltung (HfG) soll spätestens bis 2025 an die Offenbacher Hafeninsel umziehen. Nach Worten des hessischen Wissenschaftsministers Boris Rhein (CDU) soll der Umzug mit Mitteln aus dem Hochschulbau-Programm Heureka finanziert werden. Auf der Hochschulleitertagung am Mittwoch sei festgelegt worden, wofür das Geld aus der zweiten Auflage des Programms in den Jahren 2021 bis 2026 ausgegeben werden solle.

          Oliver Bock

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Die Landesregierung investiere damit eine Milliarde Euro in die 13 hessischen Hochschulen. Der HfG stünden davon 90 Millionen Euro zur Verfügung. Zusammen mit Mitteln aus dem laufenden Programm könne die Hochschule 100 Millionen Euro für den Neubau aufwenden. „Wir stehen mit unseren Planungen natürlich noch ganz am Anfang“, sagte Rhein. Zunächst müssten die Grundstücke am Hafen gekauft werden. Die Verhandlungen dazu sollen in den nächsten Wochen beginnen. Anschließend werde ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben.

          Neues Gebäude wird dringend benötigt

          Eine Erweiterung des jetzigen Standortes in der Innenstadt sei baulich nicht möglich. Pläne, die HfG mit der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst zusammenzulegen, seien ebenfalls verworfen worden. Stattdessen sollen mit dem Kulturcampus Bockenheim und dem Neubau am Offenbacher Hafen zwei neue Kreativstandorte im Rhein-Main-Gebiet entstehen.

          HfG-Präsident Bernd Kracke sieht ebenfalls keine Möglichkeit, das heutige Gebäude aus dem Jahr 1912 weiter zu nutzen. Auch das gegenüberliegende Isenburger Schloss aus dem 16. Jahrhundert findet er ungeeignet. „Wir brauchen ein neues Gebäude, in dem die Studenten in modernen Laboren arbeiten und forschen können“, sagte er. Die heutigen Gestalter müssten sich mit der Globalisierung auseinandersetzen. Immer öfter gebe es auch multimediale Projekte. Dafür seien vor allem die technischen Voraussetzungen am jetzigen Standort nicht mehr ausreichend.

          Auch Hochschule Geisenheim erhält Gelder

          Die Hochschule Geisenheim, die jüngste des Landes Hessen, kann bis 2026 insgesamt 75 Millionen Euro für die Sanierung und Neuordnung des Campus sowie für anspruchsvolle Neubauprojekte wie ein getränketechnologisches Zentrum ausgeben. Von dieser Summe entfallen 50 Millionen Euro auf das Nachfolgeprogramm HeurekaII für die Jahre nach 2021. Aus dem laufenden Programm HeurekaI stehen für Geisenheim noch zehn Millionen Euro zur Verfügung, weitere 15 Millionen Euro hat das Land der „Hochschule neuen Typs“ als Infrastrukturmittel über den neuen Hochschulpakt 2016 bis 2020 zugesichert. Unter dessen Leitlinien könne die Hochschule über die Verwendung dieses Geldes weitgehend autonom entscheiden, sagte Minister Rhein gestern in Geisenheim. Gemessen an der Studentenzahl, werde Geisenheim bei der Förderung überproportional gut bedacht.

          Hochschulpräsident Hans Schultz sprach von einem Vertrauensbeweis und einer Bestätigung der Empfehlungen des Wissenschaftsrates zur Hochschulentwicklung. Das geschätzt 17 Millionen Euro teure getränketechnologische Zentrum habe nun Vorrang. Rhein lobte die Hochschule Geisenheim gestern ausdrücklich für den Mut, sich beim Wissenschaftsrat um die Förderung eines rund 30 Millionen Euro teuren Forschungszentrums Klimawandel zu bewerben. Laut Schultz hat Geisenheim als einzige hessische Hochschule eine Projektskizze für einen sogenannten Forschungsbau eingereicht. Bis zum Sommer wird Klarheit erwartet, ob die erst vor zwei Jahren gegründete Hochschule mit dem Zuschlag zugleich einen akademischen Ritterschlag erhält.

          Rhein nannte Geisenheim einen national wie international hervorragend aufgestellten „Solitär“ in der hessischen Hochschullandschaft und lobte die weltweite Reputation und Vernetzung. Geisenheim müsse in den nächsten Jahren in die Lage versetzt werden, sich mit einer entsprechenden Infrastruktur in der „ersten Liga“ zu halten. Bis 2020 wolle Geisenheim laut Hochschulpakt mit neuen Studiengängen auf 1800 Studenten kommen. Dazu müsse der weitläufige Campus neu geordnet werden.

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