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Hochhaus an der Stiftstraße : Wohnturm zu verkaufen

Kompromiss: Nach dem Entwurf von Max Dudler sollte der Wohnturm 84,35 Meter hoch werden. 60 Meter wollte die Stadt, nun hat man sich auf 80 Meter geeinigt. Bild: Simulation Max Dudler

Corpus Sireo sucht einen Investor für das geplante Hochhaus an der Stiftstraße in Frankfurt. 180 Wohnungen, eine Kita und Geschäfte sind geplant.

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          80, 50 und 40 Meter: das sind die Maße der drei geplanten Wohntürme an der Stiftstraße. Nach langem Hin und Her haben sich die Stadt und der Projektentwickler Corpus Sireo auf eine Höhe für das Bauvorhaben auf dem Grundstück der Deutschen Telekom AG geeinigt; nun wird die Realisierung vorbereitet.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Corpus Sireo will das Gelände in der Innenstadt im nächsten Jahr an einen Investor veräußern. Das teilte das Unternehmen jetzt auf Anfrage mit. Voraussetzung dafür sei der Erhalt des Planungs- und Baurechts. Der Erwerber werde das Projekt anschließend selbst, auf Basis des dann gültigen Bebauungsplans, verwirklichen. Derzeit konzentriere man sich darauf, Baurecht zu schaffen, im engen Austausch mit den Planungsbehörden. Der vor einigen Tagen verkündete Verkauf von Corpus Sireo an die Schweizer Versicherungsgruppe Swiss Life habe keine Auswirkungen auf das Projekt.

          Veränderter Bebauungsplan nötig

          Planungsdezernent Olaf Cunitz (Die Grünen) hatte vor zwei Wochen verkündet, dass die wesentlichen Eckpunkte zum Bau des Wohnhochhauses mit der Adresse Stiftstraße 23-27 nun mit Corpus Sireo vereinbart worden seien. „Ich freue mich sehr, dass wir an so zentraler Stelle in der Innenstadt unmittelbar nördlich der Zeil rund 180 zusätzliche Wohnungen realisieren können“, sagte der Bürgermeister.

          Damit komme die Stadt dem Ziel, das Wohnen in der Innenstadt zu stärken, einen Schritt näher. Es biete sich die Chance für eine städtebaulich überzeugende Neuordnung des Areals, die auch den gesamten öffentlichen Straßenraum rund um die Stiftstraße aufwerten werde. Es sollen drei in der Höhe gestaffelte Gebäude von 40, 50 und 80 Metern mit fünfeckigem Grundriss errichtet werden. Insgesamt sollen 181 Wohnungen entstehen, 55 davon sind an einen Mietpreis gebunden. Außerdem soll es zehn Atelier-Wohnungen für Künstler geben. In der Sockelzone sind Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistung vorgesehen, außerdem soll eine vierzügige Kindertagesstätte entstehen.

          Der Standort ist im Hochhausentwicklungsplan vorgesehen, vor einer Realisierung muss aber der Bebauungsplan „Ehemalige Hauptpost/Zeil“ geändert werden. Nach den gültigen städtischen Beschlüssen ist nur ein Wohnhaus mit maximal 60 Meter Höhe zulässig. Das Areal ist eine Teilfläche der ehemaligen Hauptpost und gehört der Deutschen Telekom. Die Architektur stammt vom Büro Max Dudler aus Zürich, das sich in einem Ideenwettbewerb durchgesetzt hatte.

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