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Was macht ein gutes Ei aus? : Hier kommt es auf die Schale an

Häufiger Bestandteil des sonntäglichen Frühstücks: das Frühstücksei Bild: dpa

Wo gelegt, wie hat die Henne gelebt? Das steht alles auf dem Ei. Was auf dem Karton steht, sagt hingegen gar nichts aus, sagen Verbraucherschützer. Hinweise und Verzehr-Vorschläge für den Eierkonsum.

          Das ist nicht wenig: 19 Milliarden Eier wurden laut einer Statistik des Bundesamts für Landwirtschaft und Ernährung im Jahr 2017 in Deutschland verzehrt, als Frühstückseier, in Eierspeisen oder Fertigprodukten, ein Pro-Kopf-Konsum von 235 Stück.

          Jacqueline Vogt

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Viele wollen „bio“ essen: Nach einer Aufstellung des Lebensmittelhändlers Alnatura haben Bioeier mit einem Mengenanteil von rund 14 Prozent am Verkauf von Eiern in Deutschland den höchsten Anteil aller Bioprodukte im gesamten Lebensmittelmarkt. Ob ein Ei „bio“ ist oder nicht und aus welchem Land es stammt, verrät seine Schale, und nur diese, unabhängig davon, was auf der Verpackung steht, in der Eier verkauft werden. Darauf weist in diesen Tagen die Verbraucherzentrale Hessen hin.

          Selbst danach schauen

          Bei rohen Eiern zeigt der gestempelte Code, etwa „ 0-DE-061234“, auf der Schale, woher die Ware kommt: Die erste Ziffer nennt die Haltungsform. Dabei steht „0“ für ökologische Erzeugung, „1“ für Freilandhaltung, „2“ für Bodenhaltung und „3“ für Käfig- und Kleingruppenhaltung. Nach dem Länderkürzel – „DE“ steht für Deutschland – folgen zwei Ziffern für das Bundesland, zum Beispiel „06“ für Hessen, und danach Betriebs- und Stallnummer. Kennzeichnet der Anbieter das Herkunftsland nicht freiwillig durch einen zusätzlichen Hinweis wie „Eier aus Deutschland“ auf dem Karton, müssen Käufer, wenn sie das Herkunftsland wissen wollen, auf den Eiern selbst danach schauen.

          In diesem Zusammenhang weisen die Verbraucherschützer außerdem darauf hin, dass Eier aus den Niederlanden häufig in Deutschland verpackt würden, so dass Kunden die Packstellennummer auf dem Eierkarton mit dem Länderkürzel „DE“ für einen Herkunftsnachweis halten könnten. Es gelte aber auch in diesem Fall: Die maßgebliche Information steht allein auf der Schale. Wenn Verpackungen anheimelnd klingende Namen aufgedruckt haben wie „Eierhof Müller“, sind das in der Regel bloße Vermarktungsstrategien. Die Verbraucherschützer drücken das so aus: „Sie stehen nicht zwangsläufig für den Betrieb, in dem die Eier gelegt wurden.“

          Weil männliche Küken von Legehennen weder Eier legen noch ihre Mast sich lohnt, werden in Deutschland jedes Jahr rund 50 Millionen männliche Küken direkt nach dem Schlüpfen getötet. Wer das nicht unterstützen will, kann Eier von Initiativen kaufen, die die männlichen Küken aufziehen. Ob „Bruderküken-Initiative“, „Bruder Herz“ oder „Haehnlein“, das Prinzip ist überall gleich: Im Eierpreis ist ein Aufschlag enthalten, der in die Aufzucht der Legehennen-Brüder fließt. Dadurch bleibt das Fleisch der Hähne bezahlbar. Eier aus solchen Initiativen gibt es im gutsortierten Lebensmitteleinzelhandel.

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