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Heute in Rhein-Main : Unfug von Unbelehrbaren

Bedienen sich Verschwörungstheorien: Sogenannte „Querdenker“, hier bei einer Großdemonstration in Leipzig Bild: dpa

Sogenannte „Querdenker“ wollen am Samstag in Frankfurt protestieren. Die Zahlen der Corona-Infektionen in Hessen steigen weiter an. Die F.A.Z.-Hauptwache blickt auf die Themen des Tages.

          3 Min.

          Guten Abend,
          in der  Reihe Unfug von Unbelehrbaren gibt es am Samstag eine Fortsetzung. Dann wollen wieder sogenannte „Querdenker“ in Frankfurt protestieren. Nun fehlen einem zu den Punkten, die diese speziellen Denker zu machen versuchen, angesichts des Pandemiegeschehens zunehmend die Worte. Aber Meron Mendel, der Leiter der Bildungsstätte Anne Frank, hat im Gespräch mit meinem Kollegen Alexander Jürgs eine Sprache gefunden, die der eine oder andere vielleicht doch versteht: „Ich verfolge diese Szene schon länger und beobachte dabei zwei gefährliche Entwicklungen. Einmal erkennt man, dass die Bewegung, wie es auch die Demonstration am vergangenen Samstag in Leipzig gezeigt hat, immer aggressiver und gewalttätiger wird. Sehr bedenklich ist aber auch, dass innerhalb der Querdenker immer mehr antisemitische Klischees und Verschwörungstheorien grassieren“, hat Mendel beobachtet.

          Auf einer Kundgebung der Querdenker in Darmstadt habe es mehrere Demonstranten gegeben, die sogenannte Judensterne getragen haben. Und es gab auch ein Bild von Anne Frank mit dem Satz: Anne Frank würde heute mit uns laufen. „Die Opfer des Holocausts werden von dieser Bewegung instrumentalisiert. Ihr Leid wird kleingeredet, der Holocaust relativiert“, sagt Mendel. Wie hier tatsächlich gedacht wird, zeigt andererseits der Glaube, Juden würden hinter der Pandemie stecken, der in der Bewegung sehr verbreitet ist. Krude Mythen, die Juden wie George Soros oder die Rothschilds als Drahtzieher der Pandemie verunglimpfen, sind keine Seltenheit. Bitte, bitte aufwachen möchte man den Menschen zurufen, aber erreicht sie der Zuruf noch? Er muss es; es ist eine Herausforderung für die Gesellschaft wie die Pandemie selbst.

          Die Zahlen zeigen es. Am Donnerstag sind in Hessen 1905 weitere Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 59 371, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Insgesamt 821 Todesfälle werden mit dem Erreger in Verbindung gebracht, zwölf mehr als am Vortag. Nach den Zahlen des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) lagen zuletzt hessenweit 274 Corona-Patienten auf Intensivstationen (Stand Mittwoch 12.15 Uhr). Das entsprach 16 Prozent aller belegten Intensivbetten. Insgesamt sind gut 80 Prozent der Intensivbetten in Hessen mittlerweile belegt.

          Hauptwache – Der F.A.Z. Newsletter für Rhein-Main

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          Unterdessen wird an den Schulen unter der Einhaltung von vielen Vorsichtsmaßnahmen zum Glück weiter unterrichtet. Die Opposition im Hessischen Landtag beharrt aber auf der Forderung nach einer landesweiten Einführung des Wechselmodells aus Präsenz- und Fernunterricht. Damit ließen sich längere Abwesenheiten der Schüler vermeiden, sagte der SPD-Abgeordnete Christoph Degen. Man erreiche alle und lasse niemanden zurück.

          Und außerdem soll das 11. Festival „Politik im Freien Theater“ im Herbst 2022 in Frankfurt stattfinden, was Eva-Maria Magel auch kommentiert  +++ haben Kunden, die mit einem Elektroauto zum Einkaufen ins Hessen-Center fahren, dort fortan mehr Lade-Möglichkeiten als bisher +++ gehen am Dannenröder Forst die Auseinandersetzungen der Polizei mit den sogenannten Umweltaktivisten weiter, wozu wir ebenfalls eine klare Meinung haben.

          Viele Grüße aus der Redaktion,

          Ihr Carsten Knop

          Das Wetter für Freitag

          Der Tag beginnt mit Nebel oder Hochnebel. Dann lockert es auf, die Temperaturen steigen bis auf 13 Grad. Abends abermals Wolken.

          Geburtstag haben

          Freitag, 13. November: Jürgen Karpinski, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes sowie des hessischen Landesverbands, Seniorchef der Frankfurter Auto-Schmitt-Gruppe (71); Cord Meijering, Komponist, Direktor der Akademie für Tonkunst, Darmstadt (65); Tony Lakatos, in Frankfurt lebender Saxophonist, Träger des Hessischen Jazzpreises 2020 (62); Anne Weber, Stadtschreiberin von Bergen-Enkheim, Trägerin des Deutschen Buchpreises 2020 (56); Christina Leber, Leiterin der DZ Bank Kunstsammlung, Frankfurt (54).

          Samstag, 14. November: Günter Hinkel, Geschäftsführender Gesellschafter der Hassia Mineralquellen, Ehrenbürger der Stadt Bad Vilbel (83); Erhard Priewe, Wiesbadener Florist und Eventmanager (62); Ralf Brinkhoff, Geschäftsführer der Asbach GmbH, Rüdesheim (52).

          Sonntag, 15. November: Matthias Feltz, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs Hessen-Thüringen, Frankfurt (64); Walter Wissenbach (AfD), Mitglied des Hessischen Landtags, Hanau (63); Michael Bußer (CDU), Staatssekretär und Sprecher der Hessischen Landesregierung, Wiesbaden (60); Susanne Fröhlich, Frankfurter Radiomoderatorin und Schriftstellerin (58); Alexander Conrad, von 2017 bis April 2019 Cheftrainer des FSV Frankfurt (54); Arnd Hinrich Kappe, Geschäftsführer der Messe Offenbach GmbH (54); Julia Cloot, Kuratorin und stellvertretende Geschäftsführerin des Kulturfonds Frankfurt/Rhein-Main (52); Nina Janich, Sprachwissenschaftlerin, Sprecherin der Aktion "Unwort des Jahres", Darmstadt (52).

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