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Heute in Rhein-Main : Sturmtief Ignatz fegt über Hessen hinweg

Entspannt im Sturm: Drei Damen sitzen mit einem vom Sturm abgerissenen Ast am Main. Bild: Michael Braunschädel

Volker Bouffier fordert eine Gesetzesänderung. Opel werden selten gestohlen. Und AWO-Chef Richter ist rechtskräftig fristlos gekündigt. Die F.A.Z.-Hauptwache blickt auf die Themen des Tages.

          4 Min.

          Guten Abend,
          raus getraut haben sich nur die Mutigen. Oder die Verrückten. Alles eine Frage des Blickwinkels. Es hat ganz schön gewindet im Lande. Sturmtief Ignatz hat bei Berufspendlern für Stress gesorgt. Entwurzelte Bäume auf den Gleisen sorgten in Hessen gleich massenhaft für Zugausfälle oder Verspätungen. Auch der S-Bahn-Verkehr war betroffen. Feuerwehr und Polizei waren im Dauereinsatz. Im Laufe des Tages ist es nach Angaben des Deutschen Wetterdienst (DWD) in Hessen zu Gewittern mit Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern gekommen.

          Marie Lisa Kehler
          Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Schon am Morgen war ein Baum auf der Autobahn 5 von Heidelberg nach Darmstadt auf einen Strommast gefallen. Ein Lastwagen fuhr daraufhin in die nun tieferhängende Stromleitung. Der Fahrer blieb unverletzt, die Autobahn musste in beide Richtungen gesperrt werden. Weniger glimpflich ging ein Unfall bei Mühltal aus, bei dem ein Baum auf ein vorbeifahrendes Auto fiel. Der 58 Jahre alte Fahrer wurde dabei schwer verletzt, seine 22 Jahre alte Beifahrerin erlitt einen Schock.

          Bouffier will Gesetzesänderung beim Infektionsschutz

          Während es draußen stürmte, hat sich einer drinnen viele Gedanken gemacht. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat am Donnerstag an der Jahrestagung der Ministerpräsidenten teilgenommen. Wenig überraschend das Thema, das die Agenda bestimme: Corona und die Frage, was passiert, sollte die epidemische Lage Ende November tatsächlich für beendet erklärt werden. Das nämlich hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angeregt. Das Risiko für geimpfte Personen sei mittlerweile als „moderat“ einzustufen, es sei schlichtweg nicht mehr gerechtfertigt, den Ausnahmezustand aufrecht zu erhalten. Bislang ermöglicht der Beschluss nicht nur dem Bundesgesundheitsminister, sondern auch den Landesregierungen, Maßnahmen gegen das Virus zu ergreifen, ohne jedes Mal das Parlament zu konsultieren. Gleichzeitig werde aber auch dafür gesorgt, dass ein Grundbestand an Vorschriften, wie etwa die Maskenpflicht oder das Abstandsgebot, überall im Land gelten, wie unser Korrespondent Ewald Hetrodt schreibt. Um genau diesen „Grundbestand“ zu sichern, will Bouffier die Abgeordneten in Berlin bitten, das Bundesinfektionsgesetz so zu ändern, dass es den Ländern noch einmal erlaubt, eine Reihe von Basismaßnahmen, die etwa das Tragen eines Mund-Nasen-Bedeckung in bestimmten Situationen vorsehen, umzusetzen. Wir erklären, wieso dieser Kniff nicht ganz so einfach ist, wie er auf den erst Blick scheint.

          Opel fahren in Mittelhessen

          Einen Tipp zum Ende des Newsletters haben wir noch. Dieser richtet sich an Autofahrer, die den Diebstahl ihres Fahrzeugs fürchten. Wirtschaftsredakteur Falk Heunemann hat sich die Daten deutscher Autoversicherer angeschaut und kommt für Hessen auf eine einfache Formel: „Wer das Risiko minimieren will, dass sein Auto gestohlen wird, sollte nach Mittelhessen ziehen, seinen SUV verkaufen und einen Opel Corsa oder Astra fahren.“ Das wäre zumindest konsequent. Knapp 11.000 Autos wurden im vergangenen Jahr in Deutschland gestohlen. Keine Frage. Das sind noch immer viele. Aber das ist ein Drittel weniger als ein Jahr zuvor. In Hessen waren es zuletzt 509 Fahrzeuge, die nicht ganz legal den Besitzer wechselten. Die meisten Diebstähle wurden in Frankfurt verzeichnet – nämlich vier von 10.000 Autos. Zum Vergleich: in Berlin sind es 23 je 10.000 versicherter Fahrzeuge.  Am häufigsten gestohlen werden Land Rover, nur selten interessieren sich die Diebe laut Statistik für Opel. Bemerkenswert: Die Versicherungsprämien haben nicht so stark abgenommen wie die Autodiebstähle.

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