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Heute in Rhein-Main : Krisengewinnler Apfelwein

Der Krisengewinnler Apfelwein wird bei jungen Menschen immer beliebter. (Symbolbild) Bild: Lukas Kreibig

Die Schulen überlegen, welchen in der Krise versäumten Stoff sie nachholen sollen. Und in Frankfurt kommen die jungen Leute auf den Geschmack von Apfelwein. Die F.A.Z.-Hauptwache blickt auf die Themen des Tages.

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          Guten Abend,
          am Montag ging es hier um die Haltung von Flamingos, heute befassen wir uns mit dem Kathetensatz. Sagen Sie nicht, mit diesem Newsletter kämen Sie nicht herum! Als Leser eines F.A.Z.-Newsletters sind Sie natürlich ein kluger Kopf und wissen: Der Kathetensatz besagt, dass in einem Dreieck das Quadrat über einer Kathete gleich dem Produkt des anliegenden Achsenabschnitts der Hypotenuse und der Hypotenuse selbst ist. Das haben Sie drauf, das rechnen Sie noch im Halbschlaf aus, aber müssen das auch heutige Schüler noch lernen? Gerhard Köhler, Direktor des altsprachlichen Frankfurter Gagern-Gymnasiums, hat dazu eine für einen Schulleiter erstaunlich pragmatische Haltung: Können die jungen Leute lernen, müssen sie aber nicht.

          Manfred Köhler
          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Spiele im weiteren Lebensweg keine Rolle. Wie kommt er dazu, das zu sagen? Weil sich gegenwärtig die Frage stellt, welcher Teil des Unterrichtsstoffs, der in der schweren Zeit der Pandemie versäumt wurde, jetzt noch nachgeholt wird. Der Kathetensatz könnte hinten runter fallen, anderes besser nicht. Unsere Schulexpertin Florentine Fritzen hat darüber nicht nur mit dem Direktor des Gagern-Gymnasiums gesprochen, sondern auch mit zwei weiteren Schulleitern.

          Kluge Köpfe wie Sie wissen natürlich auch, wie man das Volumen eines leicht konisch zulaufenden Trinkgefäßes ausrechnen könnte, wenn man Umfang und Höhe weiß. Andere sagen, was interessiert mich das Volumen als solches, wichtig ist doch, was drin ist! Na, Apfelwein zum Beispiel. Der Journalist Laszlo Trankovits hat ein Buch über das Frankfurter Nationalgetränk geschrieben, das „111 Orte rund um den Äppelwoi“ vorstellt, so der Titel.

          Kollege Matthias Trautsch hat es gelesen und berichtet, dass nach Ansicht des Experten, der die schwere Bürde auf sich genommen hat, für die Recherche zweieinhalb Jahre in die Welt der Ebbelwei-Wirtschaften einzutauchen, der Apfelwein ein Krisengewinnler ist: Viele junge Leute, die sonst in Klubs oder Bars gegangen wären, hätten in der Pandemie die Kultur rund um den Apfel entdeckt. Dann hoffen wir einmal, dass es so bleibt.

          Zwei, drei Sauergespritzte helfen auf jeden Fall, wenn man sich in der Vorweihnachtszeit zaghaft auf den Römerberg vorwagt, um zu schauen, wie er denn in diesem Jahr aussieht, der Weihnachtsbaum des Weihnachtsmarktes. Nicht nur ältere Frankfurter wissen schauderhafte Geschichten zu erzählen von missratenen Exemplaren. Aber in diesem Jahr wird sicherlich alles besser. In diesem Jahr stammt die Fichte aus dem Spessart, heißt Gretel und ist 30 Meter hoch, und auf dem ersten Foto ist sie von strahlender Schönheit.

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          Gut, noch hat sie einen aufregenden Transport in die Mainmetropole vor sich, aber hoffen wir das Beste. Wem auch nach drei Sauergespritzten noch danach ist, der kann im Dezember beim Anblick der Maße von Gretel, oben schmal und unten breit, also ein bisschen wie ein Dreieck, den Kathetensatz beweisen. Muss aber auch nicht sein. Spielt im weiteren Leben keine Rolle.

          Und außerdem wird Thomas Guggeis Generalmusikdirektor der Oper Frankfurt, er kommt aus Berlin +++ zählt das Biotechunternehmen BioSpring aus Frankfurt zu den Betrieben, die am Dienstag mit dem renommierten Preis „Hessen Champion“ ausgezeichnet wurden +++ klagt der Bund für Umwelt und Naturschutz gegen das geplante Wiesbadener Wohngebiet namens Ostfeld.

          Einen angenehmen Abend wünscht Ihnen

          Ihr Manfred Köhler

          Das Wetter für Mittwoch

          Der Tag beginnt mit einigen Nebelfeldern. Später ist es freundlich und trocken. Temperaturen zwischen 5 und 15 Grad.

          Geburtstag haben am Mittwoch

          Wolfgang Hessenauer (SPD), Vorsitzender des Kreisverbands der Arbeiterwohlfahrt Wiesbaden, Stadtältester, früherer Sozialdezernent der Stadt Wiesbaden (79); Burkhard Wagner, ehemaliger Leiter der Mercedes-Benz Niederlassung Frankfurt/Offenbach sowie Vertriebsdirektor Pkw und Vans für die Rhein-Main-Region (60); Susanne Eickemeier, Kanzlerin der Hochschule für Gestaltung, Offenbach (56); Sabine Baumann, Verlagslektorin, Vorsitzende des Vereins "Frankfurt liest ein Buch" (55); Christof Fink (Die Grünen), Erster Stadtrat von Oberursel (47).

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