https://www.faz.net/-gzg-a6lry

Heute in Rhein-Main : Gründer braucht das Land

Corona-Station: Zwischen den Kliniken werden Daten ausgetauscht um die Krankheit besser zu verstehen. (Symbolbild) Bild: dpa

Ein sechzehnjähriger Jungunternehmer aus Rhein-Main wurde beim Hessischen Gründerpreis ausgezeichnet. An der Uniklinik Frankfurt soll ein Verfahren zur besseren Behandlung von Covid-19-Patienten entwickelt werden. Die F.A.Z.-Hauptwache blickt auf die Themen des Tages.

          2 Min.

          Guten Abend,

          Marie Lisa Kehler
          Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          und Hand aufs Herz. Was haben Sie im Alter von 14 Jahren gemacht? Vielleicht die erste Apfelweinschorle getrunken? Zum ersten Mal geknutscht? So unterschiedlich die Antwort auch ausfallen, wenige von Ihnen werden angeben, im Teenager-Alter das erste eigene Unternehmen gegründet zu haben. Felix Kläres schon. Und mehr noch. Heute, mit 16 Jahren, plant er schon sein zweites. Für so viel Gründergeist wurde der Ober-Ramstädter jetzt beim Hessischen Gründerpreis ausgezeichnet. Kläres hat sich in der Modellbauszene einen Namen gemacht. Er baut mithilfe von einem 3-D-Drucker detailgenau nach, was sich die Kunden wünschen. Mal ist es ein neuer Propeller, mal ein Miniaturpilot.

          Und weil das so gut funktioniert, will er bald schon anderen Unternehmen einen Rundum-Service in Sachen 3-D-Projekte anbieten. Über kreative Köpfe wie Felix Kläres schreiben unsere Kollegen der Wirtschaftsredaktion auch in der neuen Ausgabe von Metropol, dem Wirtschaftsmagazin der F.A.Z. für Rhein-Main. Darin enthalten ist auch ein Porträt von Ugur Sahin, dem Gründer von Biontech. Zu finden ist Metropol an ausgewählten Kiosken, in der App F.A.Z.-Kiosk und unter der Internetadresse epaper.faz.net/metropol.

          Gründergeist herrscht auch an der Uniklinik Frankfurt. Intensivmediziner Kai Zacharowski ist es gelungen, 4,5 Millionen Euro aus einem Innovationsfond der Europäischen Union zu erhalten. Damit sollen Verfahren entwickelt werden, die eine Verbesserung der Versorgung von Covid-19-Patienten zum Ziel haben. Kliniken aus 13 EU-Ländern sind an dem Frankfurter Projekt beteiligt, bei dem große Datenmengen, die bei der Überwachung von Corona-Patienten entstehen, zusammengetragen und mithilfe von Künstlicher Intelligenz ausgewertet werden. Ziel sei es, den Krankheitsverlauf von verschiedenen Altersgruppen besser vorhersehen und Therapieempfehlungen aussprechen zu können, sagt Zacharwoski. Dass die Kliniken auch in den kommenden Monaten stark in die Versorgung schwerstkranker Corona-Patienten eingebunden sein werden, steht für den Intensivmediziner außer Frage. Es werde noch lange dauern, bis durch die Impfung schwere Krankheitsverläufe seltener werden. Bis dahin gelte es, die Therapiemöglichkeiten zu verbessern – mit Hilfe von Schwarmintelligenz, koordiniert aus Frankfurt.

          Hauptwache – Der F.A.Z. Newsletter für Rhein-Main

          Sonntags bis donnerstags um 21.00 Uhr

          ANMELDEN

          Da wir schon beim Thema Corona sind: In hessischen Schulen hat es schon heute kleine Abschiedsszenen gegeben. Vielen Kindern und Jugendlichen ist schmerzlich bewusst geworden, dass sie ihre Freunde womöglich schon wieder für einige Wochen nicht sehen können. Abschiede, ohne sich in den Arm nehmen zu können, werden sich immer falsch anfühlen. Aber so langsam scheinen die Schüler eine gewisse Routine zu entwickeln. Von Mittwoch an gilt in Hessen die Devise: Unterrichtsteilnahme – wenn möglich – auf Distanz. Nur, wenn Eltern keine Betreuungsmöglichkeit organisieren können, dürfen die Kinder in die Schule kommen. Unsere Redakteurin Florentine Fritzen hat bei Schulleitern im Rhein-Main-Gebiet nachgefragt, wie die kommenden Tage gestaltet werden. Viele machen deutlich: Distanzunterricht wird es auch in der Schule geben. Die Schüler, die in den Klassenzimmern betreut werden, sollen von ihren Plätzen aus an dem Angebot teilnehmen.

          Und außerdem zeigt in Wiesbaden eine überarbeitete Info-Tafel die Luftqualität an; dürfen Hotels über die Weihnachtsfeiertage doch Menschen beherbergen, die ihre Verwandten besuchen; zeigen wir in Bildern die Metamorphose vom Elektrizitätswerk zum „Voltapark“.

          Viele Grüße,

          Marie Lisa Kehler

          Das Wetter für Mittwoch: Meist dicht bewölkt, gelegentlich kann es leicht regnen. Höchstwerte um 10 Grad. Nachts lockert es bei 5 Grad auf.

          Geburtstag haben am
          Mittwoch, 16. Dezember

          Bernd Blisch (CDU), Bürgermeister der Stadt Flörsheim (58); Bärbel Schäfer, Moderatorin und Autorin, Frankfurt (56); Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG, Frankfurt (54); Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Landesvorsitzende der CDU Rheinland-Pfalz, Mainz (48).

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Jetzt sind alle ernannt: Kanzler Olaf Scholz und sein Kabinett beim Bundespräsidenten.

          Scholz-Regierung : Der Auftrag der Ampel

          Das Virus hat der neuen Bundesregierung vor dem Start eine wichtige Lektion erteilt. Sie sollte sie beherzigen.
          Was hat Wladimir Putin in der Ukraine vor?

          Ukraine-Krise : Russlands wunde Punkte

          Neue westliche Sanktionen könnten Russland hart treffen – aber auch in Ländern wie Deutschland Schaden anrichten, das von russischem Gas abhängig ist.