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Heute in Rhein-Main : Gerechtigkeit beginnt im Damen-Klo

  • Aktualisiert am

In schlechtem Zustand: eine Schultoilette in Frankfurt Bild: Fabian Fiechter

Die Linken fordern Tampons und Binden auf Schultoiletten. Die Zahl der Arbeitslosen ist gesunken. Etwa jeder Fünfte lässt seinen Impftermin verfallen. Die F.A.Z.-Hauptwache blickt auf die Themen des Tages.

          3 Min.

          Guten Abend,

          erinnern Sie sich noch an die Toiletten in ihrer Schule? An die Sprüche an der Wand? Die Liebesbekundungen und manchmal auch die eindeutig zweideutigen Zeichnungen? Das sind zweifelsohne die schöneren Erinnerungen. Vom Geruch und dem Sauberkeitsgrad  fangen wir besser gar nicht erst an. An guten Tagen gab es Toilettenpapier. Es gab viele schlechte Tage.

          Sicher, Schultoiletten werden wohl nie zu Wohlfühloasen. Liegt irgendwie in der Natur der Sache. Aber so lange Handtücher, Seife, Toilettenpapier und eine gewisse Sauberkeit vorhanden sind, ist schon einmal viel gewonnen. In Frankfurts weiterführenden Schulen sollen die Toiletten außerdem mit Spendern für Tampons und Binden ausgestattet werden. Zumindest wenn es nach den Linken geht. Sie haben diesen Antrag in insgesamt acht Ortsbeiräten eingereicht. Ein Thema, das ein bisschen mehr Öffentlichkeit verdient hat. Denn in der Begründung heißt es unter anderem, dass eine von zehn Menstruierenden es sich nicht leisten könne, diese Hygieneartikel zu kaufen. Manch eine Schülerin verlasse in dieser Zeit aus Scham die Wohnung nicht. Es gehe also auch darum, „eine Hürde für die Teilhabe an Bildung abzubauen“. Sicher ein Thema, das nicht aller Tage auf der politischen Agenda steht. Aber eines, über das diskutiert werden muss.

          Irgendwie ist es nach dem EM-Aus und diesem Graupel-Sommer mal an der Zeit, ein paar gute Nachrichten zu teilen. Die Zahl der Jobsuchenden ist gesunken. Rund 177.700 Hessen sind derzeit auf Jobsuche. Das sind 4300 weniger als im Vormonat. Im Corona-Jahr 2021 gehört es aber schon fast zur Normalität, dass sich hinter jeder guten Nachricht noch ein dickes  „ABER“ versteckt. So sei die Situation in einigen Branchen, etwa der Gastronomie, weiterhin angespannt, schreibt unsere Autorin Patricia Andreae. Das Gewerbe verzeichnet einen Rückgang bei den Beschäftigten von gut zehn Prozent.

          Zahlen liefert auch unsere Autorin Monika Ganster, verantwortlich für das Ressort Gesundheit. Kleiner Auszug? Die 28 Impfzentren in Hessen werden das Land rund 250 Millionen Euro kosten. 170 Millionen wurden schon vor Monaten bewilligt. 100 weitere Millionen haben die Mitglieder des Haushaltsausschusses am Donnerstag durchgewunken. Das Geld soll unter anderem die Kosten für den Rückbau der Zentren, die größtenteils am 30. September schließen, decken.

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          Sie wollen noch mehr Zahlen? 34,1 Prozent der Hessen haben schon den vollen Impfschutz erhalten, 53,2 Prozent immerhin schon eine Erstimpfung. Dass in den Impfzentren noch immer etwa jeder fünfte seinen Impftermin verfallen lässt, ohne vorher abzusagen, bleibt ein Problem, das die Gemüter erhitzt. In den Arztpraxen ist die sogenannte „No-Show-Rate“ niedriger. Wohl auch, weil die Ärzte ihre Patienten persönlich kennen und das Nicht-Absagen  manch einem unangenehmer zu sein scheint. Mitarbeiter der Impfzentren haben sich nun die Mühe gemacht und einige von denen, die ihren Termin nicht wahrgenommen haben, angerufen, um nach dem Grund des Nichtauftauchens zu fragen. Das Ergebnis sei aber nicht eindeutig genug gewesen, um Maßnahmen zu ergreifen, heißt es aus dem Frankfurter Gesundheitsamt. Mal wurde als Grund eine Erkrankung genannt, mal die Tatsache, dass der Hausarzt schon die Impfung verabreicht habe. Abzusagen haben viele nach eigener Aussage schlichtweg vergessen. Manche gaben an, dass der Aufwand, wieder zum Hörer zu greifen, zu hoch sei.

          Und außerdem haben sich viele in der Corona-Krise Haustiere angeschafft. Nun, da der Lockdown vorüber ist und die Ferien bevorstehen, wollen sie sich wieder von ihnen trennen +++ Starkregen, Gewitter, Temperaturwechsel. Ist das noch normales Juni-Wetter? Das haben wir Meteorologen gefragt +++ Außerdem geht es um die Frage, wie viel Fläche Südhessens für Windräder bereitstehen sollen. Reichen 1,5 Prozent?

          Machen Sie sich einen schönen Abend,

          Marie Lisa Kehler

          Das Wetter für Donnerstag

          Heute regnet es immer wieder einmal, auch Gewitter sind dabei möglich. Die Temperaturen steigen auf maximal 21 Grad.

          Geburtstag haben am

          Donnerstag, 1. Juli

          Hans Georg Schnücker, von 2004 bis Juni 2020 Sprecher der Geschäftsführung der Verlagsgruppe Rhein-Main, Mainz (65); Béla Waldhauser, Geschäftsführer des Rechenzentrumsbetreibers Telehouse Deutschland GmbH, Frankfurt (59); Steffen Ball, Geschäftsführer des Verbands der Hessischen Apfelwein- und Fruchtsaftkeltereien, Heusenstamm (53); Halil Öztas (SPD), Bürgermeister der Stadt Heusenstamm (44).

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