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Heute in Rhein-Main : Frankfurt wächst nicht mehr

Kaum Wachstum im Jahr 2020: In der Pandemie sind nur wenig Menschen nach Frankfurt gezogen. Bild: Lukas Kreibig

Seit der Corona-Pandemie stagniert Frankfurts Wachstum, im vergangenen Jahr wurde ein Plus von nur 273 Personen verzeichnet. Die Impfquote in Hessen liegt hinter den anderen Bundesländern. Die F.A.Z.-Hauptwache blickt auf die Themen des Tages.

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          Guten Abend,
          Frankfurt ist seit langem eine wachsende Stadt, doch damit ist es erst einmal vorbei. Selten zeigen Zahlen so deutlich, wie sehr sich unser Leben gerade verändert. Die Mobilität ist stark eingeschränkt, wird ein Arbeitsplatz gewechselt, folgt daraus nicht unbedingt auch ein Umzug. Die Folge: Im vergangenen Jahr stagnierte das Wachstum der Bevölkerung. Mit einem Plus von nur noch 273 Personen blieb die Bevölkerungszahl ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres. Und das ist ein erheblicher Unterschied zu der Dynamik vor Corona: Denn noch 2019 waren 10.726 neue Einwohner verzeichnet worden. Auch die Zuwanderung über Grenzen hinweg ist beinahe zum Stillstand gekommen, die Zahl der deutschen Frankfurter ist sogar etwas stärker gestiegen als die derjenigen mit ausländischer Staatsangehörigkeit.

          Carsten Knop
          (Kno.), Herausgeber

          Bleiben wir bei den Zahlen: Mehr als eine Million Menschen haben in Hessen die erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten, mehr als 450.000 schon die zweite. Damit sind Letztere, 14 Tage nach der zweiten Spritze, so gut wie derzeit möglich vor einem schweren Verlauf von Covid-19 geschützt. Das aber ist nur auf den ersten Blick beeindruckend: Denn im Vergleich mit anderen Bundesländern liegt Hessen bei der Impfquote auf dem unrühmlichen letzten Platz. Während beim Spitzenreiter Bremen schon 23,1 Prozent der Bevölkerung die erste Impfung erhalten hat, sind es in Hessen „nur“ 18,3 Prozent. Hessen humpelte dem Feld die meiste Zeit hinterher, was auch in Startschwierigkeiten der Impfkampagne begründet liegt. Hinzu kommen die unterschiedlichen Strategien der Länder, wie viel Impfstoff sie zur Sicherheit zurückhielten. In Hessen hat man sich von Anfang konservativ verhalten und große Mengen beiseitegelegt, um jedem Erstgeimpften auch einen zweiten Termin garantieren zu können. Vielleicht war das alles zu konservativ geplant. Es ist an der Zeit, die Handbremse zu lösen.

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