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Heute in Rhein-Main : Baldiges Aus für Impfzentren

Ablaufdatum: In Impfzentren wie in der Frankfurter Festhalle soll nur noch bis Ende September geimpft werden. Bild: Frank Röth

Die hessischen Impfzentren sollen schon Ende September schließen. Die Frankfurter FDP-Basis entscheidet über den Koalitionsvertrag und die Zusatzerklärung. Die F.A.Z.-Hauptwache blickt auf die Themen des Tages.

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          Guten Abend,
          wann habe Sie eigentlich zuletzt etwas zum ersten Mal gemacht? Zum ersten Mal Ziegenkäse-Birnen-Eis gegessen? Unter uns: eine gute Idee. Oder zum ersten Mal einen Kopfsprung vom Fünfmeterturm gewagt? Sind wir ehrlich: keine gute Idee. Aber immer, wenn eine Premiere ansteht, kribbelt es ein bisschen im Bauch. Vorfreude nennt sich das. Oder Aufregung. Manchmal auch freudige Aufregung. Vielen steht dieses Gefühl noch bevor. Nämlich all jenen, die noch auf einen Impftermin für die erste Corona-Schutzimpfung warten. Manche haben diese Premiere schon hinter sich. Einige davon sogar eine „Doppelt-Premiere“. Denn wer in einem der 28 Impfzentren in Hessen geimpft wurde, für den war alles doppelt aufregend und neu. Die Abläufe sind anders als beim Hausarzt, es werden viele Stationen abgelaufen. Da wird die Impfung zu einem kleinen Event.

          Marie Lisa Kehler
          Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Mit diesen Doppel-Premieren soll schon Ende September Schluss sein. Das hat das Land am Dienstag bekannt gegeben. Die 28 Impfzentren sollen dann wieder schließen. Corona-Schutzimpfungen werden anschließend nur noch von Haus- und Betriebsärzten verabreicht. Der Zeitpunkt der Verkündung irritiert. Denn seit Montag können sich all jene für eine Impfung anmelden, die nicht in einer der Priorisierungslisten geführt wurden. Der Andrang ist riesig. Hunderttausende hoffen auf einen möglichst baldigen Impftermin. Da fällt es schwer, sich vorzustellen, dass künftig Haus- und Betriebsärzte allein die Nachfragen decken können. Aber, so heißt es aus dem Sozialministerium: Es liege ausschließlich an fehlendem Impfstoff, dass es nicht voran gehe. Die Infrastruktur stehe.

          Seit Beginn der Impfkampagne wurden in den 28 Zentren fast zwei Millionen Menschen geimpft. Es sei aber von vornherein der Plan gewesen, parallel zu den Zentren weitere Strukturen aufzubauen. Insbesondere die Hausärzte, die nach Angaben von Hessens Sozialminister Kai Klose (Die Grünen) „traditionell für Impfungen zuständig“ sind,  hätten in den vergangenen Wochen und Monaten eindrucksvoll bewiesen, dass sie die Aufgabe stemmen können. Sie haben von Mitte April an allein 1,1 Millionen Impfungen verabreicht.

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          Reaktionen auf die Ansage des Landes, die Impfzentren nur noch bis Ende September in Betrieb zu halten, hat unsere Redakteurin Monika Ganster eingeholt. Kritik gibt es an der Art der Kommunikation: Die Städte und Landkreise wurden erst kurz vor der Verkündung schriftlich über das Datum informiert. Die schon baldige Schließung wirft viele organisatorische Fragen und Probleme auf.

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