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Hessischer Rundfunk : Wahl Manfred Krupps gilt als sicher

  • -Aktualisiert am

Der nächste Intendant des Hessischen Rundfunks? Manfred Krupp im Funkhaus am Dornbusch Bild: HR/Benjamin Knabe

Am Freitag bestimmt der Rundfunkrat den neuen Intendanten des Hessischen Rundfunks. Eine Umfrage unter den Mitgliedern des Rundfunkrates zeigt, Manfred Krupp hast beste Chancen auf den Posten.

          Bei der Wahl des neuen Intendanten des Hessischen Rundfunks läuft alles auf Manfred Krupp hinaus. In einer Umfrage unter Mitgliedern des Rundfunkrats, der am Freitag einen Nachfolger Helmut Reitzes wählen wird, heißt es übereinstimmend, Krupp, der dem Sender seit 1984 angehört, biete die Gewähr für Kontinuität. Krupp war als stellvertretender Intendant und Fernsehdirektor von Anfang an als Favorit gehandelt worden. Außer ihm war noch Jan Metzger im Gespräch, wie Krupp ein Gewächs des Hessischen Rundfunks und seit 2009 Intendant von Radio Bremen. Metzger hat aber abgewinkt.

          Nach der Ankündigung des Rücktritts von Helmut Reitze war am 13.November eine Findungskommission eingesetzt worden. Sie bestand aus zwölf Vertretern des Rundfunkrates und des Verwaltungsrates. Noch vor Weihnachten schlug dieses Gremium unter der Leitung des Rundfunkratsvorsitzenden, Pfarrer Jörn Dulige, Manfred Krupp vor – einstimmig.

          Schwierige finanzielle Lage des Senders

          Die Besetzung dieser Findungskommission und deren einstimmiges Urteil deuten auf einen eindeutigen Wahlausgang am Freitag hin. Denn für Krupp sprachen sich die Vertreter unterschiedlicher Lager aus, unter anderen Dieter Weidemann für die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), der frühere SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag und HR-Verwaltungsratsvorsitzende Armin Clauss, die frühere CDU-Oberbürgermeisterin von Bad Homburg Ursula Jungherr und der CDU-Landtagsabgeordnete Clemens Reif.

          Das Aparte in der Zusammensetzung des Rundfunkrates ist die Etikettierung seiner Mitglieder. So gehört etwa Ursula Jungherr der CDU an, sitzt aber nicht in ihrer Eigenschaft als ehemalige Politikerin in diesem Gremium, sondern als Präsidentin des Landesmusikrates Hessen. Unternehmer und CDU-Abgeordneter Clemens Reif firmiert im Sender als Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses des Verwaltungsrats, und Baldur Schmitt, einst SPD-Kreisbeigeordneter im Landkreis Groß-Gerau, hat formal nicht wegen seiner Parteizugehörigkeit einen Sitz im Rundfunkrat, sondern als Vorsitzender des weithin unbekannten Hessischen Volkshochschulverbandes.

          Mitglieder des Rundfunkrats verweisen auf die schwierige finanzielle Lage des Senders. Krupp sei als stellvertretender Intendant und Fernsehdirektor mit diesen Problemen vertraut, der Sender könne es sich nicht leisten, mit einem neuen Intendanten, der „von außen“ käme, Experimente zu machen.

          Noch nicht beantwortet zu sein scheint die Frage, auf wie viele Jahre Krupp, der am 25.Februar seinen 60.Geburtstag feiert, gewählt wird. Das Gesetz sieht eine mindestens fünfjährige Amtszeit vor, der Rundfunkrat kann sie aber auch auf sieben Jahre festsetzen. Krupp wäre nach Eberhard Beckmann, Werner Hess, Wolfgang Lehr, Hartwig Kelm, Klaus Berg und Helmut Reitze der siebte Intendant des Hessischen Rundfunks.

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