https://www.faz.net/-gzg-a0y3r

Corona-Bilanz : Hausaufgaben für die Schulen

Zeit zum Bilanzieren: Die Schulen wollen die Ferien nutzen, um zu analysieren, was unter den Zwängen der Corona-Krise besser hätte laufen können. (Symbolbild) Bild: dpa

In der Corona-Zeit ist eine Menge Lernstoff nicht bei den Kindern angekommen. Doch lässt sich das in den Ferien nachholen?

          4 Min.

          Am Freitag ist der letzte Tag vor den Sommerferien, aber etliche ältere Schüler haben ihr Zeugnis schon Anfang der Woche bekommen: Die Zensuren für das außergewöhnliche Halbjahr gab es am letzten Präsenztag. Nur die Grundschüler gehen noch jeden Tag in die Schule. Aber auch bei den Jüngeren weicht am Ende der Corona-Monate die Spannung. Schulleiter wie Benedikt Gehrling aus Frankfurt beobachten das sogar an der Haltung der Kinder im Klassenraum. „Der Oberkörper ist nicht mehr richtig aufgerichtet, der Rhythmus ist verloren“, berichtet der Rektor der Erich-Kästner-Grundschule im Nordwesten der Stadt. Die Schüler seien müde, weil sie seit Monaten zu spät ins Bett gingen. „Viele Familien haben es nicht leisten können, ihre Kinder während der Schließung trotzdem um sieben zu wecken und um acht, halb neun etwas für die Schule arbeiten zu lassen.“

          Florentine Fritzen
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Dabei ist Lernstoff auf der Strecke geblieben und nicht in den Köpfen angekommen. Und so klingt es nach einer guten Idee, was das Land Hessen sich an Ferien-Angeboten ausgedacht hat. Da wäre einmal Ferdi. Mit der App können Lehrer den Lernfortschritt ihrer Grundschüler nachvollziehen. Weiterhin gibt es die Ferienakademie für die Stufen eins bis acht. In den zwei letzten Ferienwochen, montags bis donnerstags von neun bis 13 Uhr, sollen nach der Vorstellung von Kultusminister Alexander Lorz Erst- bis Achtklässler in kleinen Gruppen Stoff nacharbeiten, der in der Zeit des Distanzunterrichts zu kurz gekommen ist. Dafür können sich interessierte Schüler und Schulen über einen Link direkt beim Ministerium melden, genauso wie am Unterrichten in den Ferien interessierte Referendare, Lehramtsstudenten und pensionierte Lehrer.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Die Ästhetik von rechtsextremen Influencerinnen passt in die heile Instagram-Welt aus modisch gekleideten Menschen, Tierjungen und Traumstränden. (Symbolfoto)

          Rechtsextreme Influencerinnen : Das nette Nazi-Mädchen von nebenan

          Rechtsextreme Influencerinnen suchen in den sozialen Medien nach Anhängern. Mit Frisurentipps, Backrezepten und Aufnahmen vor grünen Landschaften wirken sie zunächst unverfänglich – doch der Schein trügt. Eine Recherche.
          Alles so schön bunt hier: eine Gasse in Basel. In der Schweizer Stadt fanden im vorigen Jahr Demonstrationen der Black-Lives-Matter-Bewegung statt, die Martin R. Dean ermutigten, über seine Erfahrungen als „nichtweißer“ Autor zu sprechen.

          Was die Sprache verändert : Ade, du weiße Selbstverständlichkeit

          Der Schriftsteller Matthias Politycki hat kürzlich begründet, warum er Deutschland verlassen hat: Politisch korrekte Sprachregelungen mache ihm das Schreiben unmöglich. Ihm antwortet nun ein Freund und Kollege.