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Soziales Engagement : Die Greta Thunberg aus Hessen

  • -Aktualisiert am

Die hessische Schülerin Julia Faber erhält für ihr Engagement einen Preis. Bild: privat

Julia Faber engagiert sich seit Jahren für Flüchtlinge und gegen Rechtsextremismus – in und außerhalb der Schule. Dafür wird die Schülerin nun mit einem Preis geehrt.

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          Julia Faber ist mit ihren 17 Jahren schon sehr zielstrebig. Sie will ihr Abitur am Graf-Stauffenberg-Gymnasium in Flörsheim machen. Daneben setzt sie sich für Flüchtlinge und gegen Rechtsextremismus ein, auch der Klimaschutz liegt ihr ebenso wie der inzwischen weltbekannten schwedischen Schülerin Greta Thunberg am Herzen. Heute erhält Faber einen Preis für ihre Projekte.

          „Sie ist eine außergewöhnlich begabte junge Frau mit einem großen politischen und sozialen Engagement“, lobt Jurorin Ruth Nitz vom Zonta-Club „Frankfurt 2 Rhein-Main“ die Siebzehnjährige. Seit 2008 ehrt die Organisation mit dem „Young Women in Public Affairs Award“ Schülerinnen aus der Region, die sich überdurchschnittlich in Schule und Gesellschaft einsetzen. Neben Nitz sitzen die Anglistin Marlis Hellinger und Vereinspräsidentin Pia Ullmann in der Jury.

          „Deine Stimme gegen rechts“

          Faber singt sehr gerne, spielt Gitarre und Klavier. 2017 nutzte sie ihr Talent, um einen Chor zu gründen. Gemeinsam mit Flüchtlingen und Flörsheimer Bürgern singt sie drei Stunden in der Woche. „Musik kann Brücken zwischen den Kulturen bauen“, sagt Faber. Für Flüchtlinge setzt sie sich gerne ein: Seit einem Jahr gibt sie Flüchtlingskindern Nachhilfe in Deutsch und hilft ihnen bei den Hausaufgaben.

          In ihrer Schule singt die Siebzehnjährige in der Big Band und ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Sie organisierte im November des vergangenen Jahres einen sogenannten Flashmob auf dem Schulhof, bei dem sich Schüler und Lehrer mit Reden gegen Fremdenfeindlichkeit stellten. Faber schreibt auch für die Schülerzeitung. Im Main-Taunus-Kreis engagiert sie sich im Bündnis „Deine Stimme gegen rechts“ und singt auf Kundgebungen mit ihrem Chor.

          „Manchmal wird das alles viel.“

          Auf die Frage, wie sie für all das Zeit findet, lacht sie. „Das ist ein kleines Problem, manchmal wird das alles viel.“ In zwei Wochen beginnen in Hessen die Abiturprüfungen. Deshalb nimmt sie sich zurzeit etwas zurück. „Aber das ist für mich alles Freizeit“, sagt sie. Bis zu fünfzehn Stunden gehen wöchentlich für das Ehrenamt drauf. Ihre Noten leiden darunter nicht. Aktuell hat sie einen Abiturschnitt von 1,1. Die Bestnote ist rechnerisch auch noch möglich. Politik und Wirtschaft sowie Biologie sind ihre Leistungskurse.

          Die Jury lobt Fabers „Führungsqualität und Kommunikationsfähigkeit“. Die merkt man auch im Gespräch mit ihr. Mit fester Stimme erzählt sie gern über ihre Projekte. Sie weiß auch, was sie nach dem Abitur machen möchte. „Ab Sommer mache ich einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst in Osteuropa.“ Am liebsten möchte sie nach Novi Sad in Serbien und sich dort bei einer Nichtregierungsorganisation für Klimagerechtigkeit einsetzen. „Ich habe mir das ausgesucht, um mehr zu dem Thema zu lernen. Momentan ist Klimagerechtigkeit enorm wichtig“, sagt Faber. Sie erklärt, dass Deutschland nicht so stark unter dem Klimawandel leide wie andere Teile der Welt. „Ich finde es ungerecht, dass wir das tolerieren.“ In dem Freiwilligendienst möchte sie sich stärker in das Thema Klimaschutz und Klimagerechtigkeit einarbeiten.

          Politikstudium in Sicht

          Danach würde sie gerne Politikwissenschaft studieren, eventuell auf Lehramt. Sie kann sich unter anderem vorstellen, Lehrerin zu werden. Faber hat zudem schon zwei Praktika im Journalismus gemacht, was ihr nach eigenen Angaben Spaß bereitet hat. Aber auch die Arbeit in einer Nichtregierungsorganisation kann sie sich vorstellen. Was sie genau arbeiten möchte, muss sie sich noch überlegen. Deshalb möchte sie auch den Freiwilligendienst machen, um etwas auszuprobieren.

          Der Frankfurter Zonta Club überreicht ihr den Preis heute vor fünfzig Personen in der Villa Merton. „Ich bin noch sehr entspannt und freue mich total“, sagt Faber. Sie habe schon öfter vor vielen Personen gestanden und geredet. Mit dem Preis erhält Faber 500 Euro und qualifiziert sich für die nächste Runde. Am Ende steht ein internationaler Vergleich unter den Schülerinnen an. Ziel von Zonta ist es, mit der Auszeichnung junge, engagierte Frauen zu fördern und sie für eine „verantwortliche Stellung im öffentlichen Bereich“ zu motivieren. Julia Faber ist auf dem besten Weg dahin.

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