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Steigender Umsatz : Hessen geben besonders viel für Lottoscheine aus

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Glücksspiel: In Hessen steigen die Lottoeinsätze trotz dem fallenden Bundestrend. (Symbolbild) Bild: dpa

Lottospielen hat in Hessen eine besondere Bedeutung: In keinem anderen Bundesland wurde im vergangenen Jahr so viel für Lose ausgegeben. Für Millionen von Menschen hat sich der Einsatz ausgezahlt.

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          Hessen bleibt ein Land mit besonders eifrigen Lotto-Tippern. Die Einsätze blieben 2019 entgegen dem bundesweiten Trend stabil und erreichten den zweithöchsten Wert der Unternehmensgeschichte, wie Lotto Hessen am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Im Vergleich zu 2018 stiegen die Umsätze um 0,1 Prozent auf 656,9 Millionen Euro. Im Deutschen Lotto- und Totoblock aus allen 16 Landeslotteriegesellschaften sanken die Einsätze dagegen um knapp 1,2 Prozent auf rund 7,27 Milliarden Euro.

          Im bundesweiten Pro-Kopf-Vergleich bleibt Hessen den Angaben zufolge mit 104,80 Euro im Jahr Spitzenreiter. Bundesweit versuchte jeder Bürger 2019 statistisch betrachtet mit einem Lotto-Einsatz von 87 Euro sein Glück. „Lotto Hessen hat sich über die Jahre zur erfolgreichsten Lotteriegesellschaft im Deutschen Lotto- und Totoblock entwickelt“, sagte Geschäftsführer Heinz-Georg Sundermann. Der Anteil am bundesweiten Gesamtumsatz betrage 9,1 Prozent. Zum Vergleich: Der Bevölkerungsanteil Hessens liegt bei 7,5 Prozent.

          Für gute Umsätze sorgte 2019 das Traditionsprodukt „6aus49“. Der Spieleinsatz kletterte den Angaben zufolge um 2,3 Prozent auf 284,3 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr wurden hessenweit sechs Millionengewinne ausgeschüttet. Insgesamt 18 Mal wurden die sprichwörtlichen 6 Richtigen getippt, zuletzt am 1. Weihnachtsfeiertag.

          Wachstum bei Rubbellosen

          Da die Gewinntöpfe 2019 nicht ganz so großzügig gefüllt waren wie noch im Vorjahr, erlebte die Lotterie Eurojackpot eine Durststrecke. Lockten 2018 insgesamt dreizehn Wochen lang 90 Millionen Euro, kletterte der Jackpot im vergangenen Jahr nur an vier Freitagen auf diese Summe, wie Lotto Hessen mitteilte. In der Folge schrumpften die Umsätze um rund 14 Prozent auf 129 Millionen Euro. Ungebremst sei dagegen das Wachstum bei den Rubbellosen: 2019 legte dieses Produkt um knapp 16 Prozent auf 72,4 Millionen Euro zu.

          Das hessische Lotto-Jahr 2019 hielt einige Überraschungen parat. Es gab sechs Millionengewinne, einen zweifachen Glückspilz aus dem Landkreis Offenbach und einen Pechvogel aus Frankfurt. Der mit Abstand höchste Gewinn des Jahres ging an eine Frau aus dem Main-Kinzig-Kreis. Sie räumte beim Eurojackpot 30 Millionen Euro ab. Im Kreis Offenbach gewann ein Tipper im ersten Quartal gleich zwei Mal kurz hintereinander und kassierte insgesamt mehr als eine halbe Million Euro. Ein Gewinn von Mitte Dezember in Höhe von 161.724,60 Euro im Spiel 6aus49 sucht dagegen noch seinen Besitzer. Der Schein wurde ebenfalls in Offenbach abgegeben.

          Der Frankfurter Rainer Henning machte beim Tippen dagegen einen entscheidenden Fehler: Er spielte seinen Systemschein mit seiner Kundenkarte in dem Kiosk, in dem er arbeitet und das laut Hessen Lotto seiner Frau gehört. Das dürfen aber laut Glücksspielstaatsvertrag weder Besitzer von Verkaufsstellen noch Mitarbeiter. So gingen Henning rund 24 000 Euro Gewinn durch die Lappen.

          Rund 129 Millionen Euro stellte Lotto Hessen für Projekte aus den Bereichen Sport, Soziales, Kultur, Denkmalpflege und Umwelt bereit.

          Lotto Hessen will den Verkauf mit zusätzlichen Annahmestellen ankurbeln. Nach wie vor würden fast 90 Prozent des Jahresumsatzes über den klassischen Verkauf erzielt, hieß es. Sundermann kündigte an, dass die Zahl der derzeit 2100 Verkaufsstellen möglichst auf die Höchstgrenze von 2500 wachsen soll. Außerdem soll der Verkauf von Losen der Deutsche Sportlotterie, deren Hauptgesellschafter Lotto Hessen ist, auf Bayern und Nordrhein-Westfalen ausgeweitet werden. Im Moment ist jedoch ein Rechtsstreit vor dem Verwaltungsgericht Wiesbaden anhängig, da die Aufsichtsbehörden eine Verlängerung der Vertriebserlaubnis 2019 verwehrt hatten.

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