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Zinssicherung : Hessens riskante Wette auf die Zukunft

Hessens Finanzminister Thomas Schäfer verteidigt seine Wirtschaftspolitik. Bild: dpa

Mit Zinssicherungs-Derivaten lassen sich bei der Kreditaufnahme Risiken vermindern. Könnte sich somit Hessens Wette auf die Zukunft doch noch eines Tages auszahlen?

          3 Min.

          Wer die Diskussion um die Finanzgeschäfte des Landes Hessen verstehen will, sollte sich zunächst in das Jahr 2011 versetzen. Seinerzeit waren die Zinsen für die Kreditaufnahme auf einem historisch betrachtet niedrigen Niveau. Der Leitzins der Europäischen Zentralbank lag im Juli 2011 bei nur 1,25 Prozent. Drei Jahre zuvor hatte er noch 4,25 Prozent betragen. Im damals schon von Thomas Schäfer (CDU) geführten hessischen Finanzministerium kam man deshalb in jenem Jahr zu der Erkenntnis, dass die Zinsen in den nächsten Jahren wahrscheinlich wieder steigen würden. Also entschied man sich, die Chance niedriger Zinsen für die Zukunft zu nutzen.

          Daniel Schleidt
          (ddt.), Rhein-Main-Zeitung

          Hier kamen die Derivate ins Spiel, die Schäfer jetzt in die Schlagzeilen gebracht haben. Hinter den Zinssicherungs-Derivaten, derer sich das Land Hessen bedient hat, steckt eine einfache Rechnung, die vermutlich jeder Häuslebauer nachvollziehen kann. Die Lasten aus Krediten mit einem variablen Zinssatz, wie sie vom Land aufgenommen werden, sind nicht kalkulierbar. Nimmt der Kreditnehmer also an, dass die Zinsen in den Folgejahren erheblich steigen – so wie das 2011 im Finanzministerium der Fall gewesen sein dürfte –, so wird der Kredit zum Risiko.

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