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Schutz von Weidetieren : Hessens Schäfer fordern Ende des „Wolfskuschelkurses“

  • Aktualisiert am

Ärger mit Wölfen: Ein Schäfer stellt einen Stromzaun auf. Bild: dpa

Auch in Hessen gibt es vermehrt Nachweise von Wölfen – zum Ärger der Schäfer im Land. Diese wollen nun einen härteren Kurs der Landespolitik gegen die Raubtiere.

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          Hessens Schäfer sind wegen der vermehrten Nachweise von Wölfen im Land in Aufregung. Um ihrem Ärger Luft zu machen und ihre Forderungen an die hessische Politik zu stellen, ist ein großer Protestmarsch am nächsten Mittwoch in Wiesbaden geplant. Mehrere hundert Weidetierhalter wollen dann vom Bahnhof in Hessens Landeshauptstadt bis in die Innenstadt laufen. Bei einer Kundgebung soll dann auch Agrarministerin Priska Hinz (Die Grünen) ein Papier mit Forderungen übergeben werden. Initiator der Aktion ist der Verband für Schafzucht und -haltung in Hessen. Zur Unterstützung wollen die Demonstranten auch einige Schafe und Alpakas mitbringen.

          Werden die Wölfe sesshaft in Hessen, seien Attacken auf Weidetiere unvermeidbar, begründet der Landesverband seinen Protest. Zu finanziellen Schäden durch gerissene oder verletzte Tiere kämen die Investitionen in stärkere Schutzmaßnahmen sowie ein höherer Kontrollaufwand.

          Da das Beutespektrum des Wolfes aber nicht nur Schafe und Ziegen umfasse, sondern auch Kälber, Fohlen, Geflügel, Gatterwild, Esel und Ponys, müsse der „Wolfskuschelkurs“ der hessischen Politiker aufhören. Nach mehr als 30 Nachweisen im vergangenen Jahr könnte im Januar nach Einschätzung des Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) erstmals seit längerer Zeit wieder ein Wolf in Hessen heimisch werden. Zwei Tiere kommen demnach für die Gründung eines Wolfsterritoriums in Frage. Die beiden Tiere wurden im Vogelsbergkreis sowie in den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg, Schwalm-Eder und Werra-Meißner schon mehrfach nachgewiesen.

          Hohe Kosten: Wenn Wölfe in Hessen sesshaft werden, drohen Angriffe auf Weidetiere.

          Laut Fachleuten ist ein individuell bekannter Wolf sesshaft geworden, wenn er über einen Zeitraum von sechs Monaten mehrmals in einer Region sicher nachgewiesen wird. Einen Wolf mit eigenem Territorium in Hessen gab es zuletzt im nordhessischen Reinhardswald 2008 bis 2011. Dann wurde der Rüde tot gefunden.

          Stichtag für Wölfe

          Bei der Wölfin im Vogelsberg ist der Stichtag der 12. Januar, bei der Wölfin, die unter anderem im Landkreis Hersfeld-Rotenburg nachgewiesen wurde, wäre ist es der 1. Februar. Wenn nach diesen Terminen nochmals ein Nachweis der Tiere erbracht wird, gilt das Wolfsterritorium als gegründet.

          Ministerin Hinz, die bei der Kundgebung sprechen wird, hatte zuletzt erklärt, dass für die Verbesserung des Schutzes von Weidetieren jährlich 500.000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Die Beratungen von Weidetier- und Wildtierhaltern seien mit Blick auf den Herdenschutz zudem deutlich intensiviert worden.

          Um der veränderten Situation mit vermehrten Wolfsnachweisen gerecht zu werden, werde auch der Wolfsmanagementplan der Hessischen Landesregierung überarbeitet.

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