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Verordnungen statt Kooperation : „Politik schießt Bauern aus dem Wettbewerb“

Milchmann: Hessens Bauernpräsident Karsten Schmal in seinem Kuhstall in Waldeck-Sachsenhausen Bild: Rainer Wohlfahrt

Schärfere Vorgaben zum Düngen, mehr Schutz für Insekten, aber nicht mehr Ertrag: Hessens Bauernpräsident Schmal sieht seine Branche im F.A.Z.-Interview in der Zwickmühle. Aber auch in der Pflicht.

          4 Min.

          Wie ist die Stimmung unter den hessischen Bauern?

          Thorsten Winter
          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Stimmung ist derzeit schon extrem schlecht. Wenn ich meine Zeit als Vize-Präsident des Hessischen Bauernverbands mitzähle, stehe ich fünfeinhalb Jahre mit in der Verantwortung, und so schlecht wie aktuell waren meine Kollegen in diesem Zeitraum noch nie gelaunt. Das hat nicht unbedingt wirtschaftliche Gründe. In dieser Hinsicht haben wir schon viel schwierigere Zeiten gehabt.

          Wenn es nicht das Geld ist, woran liegt es dann?

          Was die Bauern aufregt, ist die aus unserer Sicht überbordende Bürokratie in Form von ständig neuen Auflagen. Da ist zum einen die Düngeverordnung und zum anderen das Aktionsprogramm Insektenschutz von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) mit weiteren Reglementierungen auf landwirtschaftlichen Nutzflächen. Kommt es wie geplant, fallen in Hessen alle Schutzgebiete darunter, und das sind erhebliche Flächen, die bisher von Landwirten genutzt werden.

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