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Krankenhäuser im Corona-Kampf : Vereint gegen Überlastung

Ein Intensivbett, in dem ein Covid-19-Patient liegt, auf einer Intensivstation in Ludwigsburg. Bild: dpa

Von wegen Konkurrenzdenken: Im Kampf gegen die Pandemie arbeiten Kliniken in Frankfurt und Hessen seit März 2020 Hand in Hand. Ein Modell mit Zukunft, das den Sozialminister Klose überzeuge.

          4 Min.

          Krankenhäuser sind nicht nur Orte, die sich der Patientenversorgung verschrieben haben. Es handelt sich um untereinander konkurrierende Wirtschaftsbetriebe. Dass sich alle hessischen Kliniken einmal vernetzen und an einem Strang ziehen würden, schien vor Ausbruch der Corona-Pandemie noch eine Utopie. In Hessen wurde schon im Frühjahr 2020 unter dem Dach des Sozialministeriums ein Planungsstab gegründet, der die Verteilung der Corona-Patienten in den Krankenhäusern koordiniert und durch den es gelungen ist, eine Überlastung der Häuser zu vermeiden.

          Marie Lisa Kehler
          Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Daran beteiligt haben sich alle hessischen Kliniken. Dafür wurde das Land in sechs Versorgungsgebiete eingeteilt. Größere Kliniken übernehmen bis heute die Koordination in ihrem jeweiligen Gebiet und melden ein regelmäßiges Lagebild an den Planungsstab. Die Kommunikationswege sind einfach gehalten. Die Kliniken lernen voneinander, arbeiten miteinander. An die während der Krise etablierten Strukturen soll angeknüpft werden. Zumindest wenn es nach den Vorstellungen von Sozialminister Kai Klose (Die Grünen) und dem Leiter des Planungsstabs, Jürgen Graf, geht, die sie der F.A.Z. erläutert haben. In dem Projekt, das im März 2020 aus der Not geboren wurde, liegen Chancen für die Zukunft. „Das ist ein Modell, das man für medizinische Krisen aller Art denken kann“, ist sich Graf sicher.

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