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Hessens Hochschulen : Neuer Studentenrekord erwartet

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Kein neues Problem: Voller Hörsaal zu Semesterbeginn an der Goethe-Universität im Wintersemester 2012. Bild: Jonas Wresch

Überfüllte Hörsäle und Seminarräume: Hessens Hochschulen platzen seit Jahren aus allen Nähten. Für das bald beginnende Wintersemester zeichnet sich abermals ein Höchststand bei den Studentenzahlen ab.

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          Hessens Hochschulen rechnen im kommenden Wintersemester mit dem achten Studentenrekord in Folge. Allerdings könnte das Plus nicht mehr ganz so kräftig ausfallen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur an den zehn Universitäten und Fachhochschulen in Trägerschaft des Landes ergab. Die Zahl der Erstsemester war bereits im Wintersemester 2014/15 erstmals seit mehreren Jahren gesunken, nach Angaben des Statistische Landesamts um 3,3 Prozent auf 35 000. Genaue Zahlen für das neue Wintersemester liegen erst Mitte November vor. Die fünf Universitäten und fünf Fachhochschulen im Einzelnen:

          Goethe-Universität Frankfurt

          Die größte hessische Hochschule rechnet mit einem Höchststand. Erstmals werde die Zahl der Studenten auf mehr als 47.000 steigen, sagte Uni-Sprecher Olaf Kaltenborn. Vor einem Jahr waren rund 46.500 angehende Akademiker eingeschrieben. Mit dem neuen Spitzenwert sei aber wohl allmählich ein Hochplateau erreicht. Die Zahl der Erstsemester wird derzeit auf rund 6000 geschätzt.

          Besonders beliebt bei den Bachelor-Studenten ist Betriebswirtschaft, auf einen Studienplatz kommen 24 Bewerber. Stark gefragt sind aber auch Theater-, Film- und Medienwissenschaften, Biochemie, Wirtschaftspädagogik, Bildungswissenschaften und Pädagogik. Bei den Masterstudiengängen gibt es ebenfalls besonders viele Interessenten für Betriebswirtschaft. Besonders beliebt sind zudem Psychologie sowie Friedens- und Konfliktforschung.

          Universität Gießen

          Die mittelhessische Uni rechnet mit gut 28.000 Studenten - etwa so viele wie im vergangenen Rekordjahr. „Rund 6700 Erstsemester beginnen im Oktober ihr Studium an Hessens zweitgrößter Hochschule“, berichtete Uni-Sprecherin Katharina Jäger. Bei den Anfängern besonders beliebt sind Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Biologie, Agrarwissenschaften, Ökotrophologie, Umweltmanagement und verschiedene Bildungsstudiengänge.

          Universität Marburg

          Die Hochschule an der Lahn geht von etwa 27.000 Studenten aus und damit einem leichten Plus zum Vorjahr (26.500). Darunter sind ungefähr 5000 Erstsemester, wie Sprecherin Andrea Ruppel sagte.

          Technische Universität Frankfurt

          Mindestens genauso viele Studenten wie vor einem Jahr erwartet die TU Darmstadt. Damals waren es rund 26.000. Die Zahl der Anfänger (6200) werde in diesem Wintersemester voraussichtlich noch einmal übertroffen. Besonders gefragt: Wirtschaftsingenieurwissenschaften, aber auch Studiengänge für angehende Bauingenieure sowie zu Maschinenbau und Informatik.

          Universität Kassel

          Die nordhessische Universität rechnet ebenfalls mit mindestens genauso vielen angehenden Akademikern wie vor einem Jahr, also rund 23.700. Die Zahl der Erstsemester werde voraussichtlich wieder über 5000 liegen. „So rasant wie in den vergangenen Jahren ist die Entwicklung nicht mehr, aber die Nachfrage ist nach wie vor groß“, sagte Uni-Sprecher Sebastian Mense. Am begehrtesten ist erneut der Bachelor-Studiengang Psychologie mit 1300 Bewerbungen für 80 Plätze.

          Hochschule Darmstadt

          Der Rekordwert von mehr als 14.800 Studenten im Wintersemester 2014/15 werde voraussichtlich zumindest gehalten, sagte der Sprecher der Hochschule, Simon Colin. „Wir schätzen, dass wir gut 4000 Erstsemester-Studierende an der h_da begrüßen dürfen.“ Vor allem bei BWL, Wirtschaftspsychologie und den Studiengängen der Sozialen Arbeit werde es erneut deutlich mehr Bewerber als Plätze geben. Die meisten Anfänger entschieden sich aber für Informatik und Bauingenieurwesen.

          Hochschule Frankfurt

          Die Frankfurt University of Applied Sciences stellt sich auf ungefähr 13.000 Studenten ein - fast 1000 mehr als derzeit. Die Zahl der Erstsemester werde mit 2500 wohl etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen, sagte Sprecher Ralf Breyer. Besonders beliebt sind Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.

          Technische Hochschule Mittelhessen

          Die Hochschule rechnet damit, sowohl bei den Studenten insgesamt als auch bei den Anfängern die Rekordmarken des Vorjahres noch einmal leicht zu übertreffen. Rund 16.000 junge Leute werden voraussichtlich in Friedberg, Gießen und Wetzlar sowie in den Außenstellen Bad Hersfeld, Bad Wildungen, Bad Vilbel, Biedenkopf und Frankenberg studieren. Das sind etwa 600 mehr als ein Jahr zuvor, wie Sprecher Armin Eikenberg sagte. Die Zahl der Studienanfänger werde etwas über dem Vorjahreswert von 3500 liegen.

          Hochschule Rhein-Main

          Die Hochschule RheinMain mit ihren Standorten Wiesbaden und Rüsselsheim rechnet mit ungefähr 11.700 Studenten, das entspricht einem Plus von rund 200. Die Zahl der Anfänger dürfte mit 2600 etwa so sein wie im Wintersemester 2014/15, wie die Hochschule mitteilte. Sie bietet ungefähr 60 Studiengänge.

          Hochschule Fulda

          Die kleinste der fünf Fachhochschulen in Hessen erwartet im Wintersemester etwa 8000 Studenten - 400 mehr als im Jahr zuvor. Mit etwa 2150 Erstsemestern in den Bachelor- und Masterstudiengängen werde ungefähr das Vorjahresniveau erreicht. Bei den Masterstudenten sind vor allem psychosoziale Beratung und Therapie sowie der englische Finanzstudiengang Accounting, Finance und Controlling beliebt. Besonders viele Bewerber und einen hohen NC hat auch International Management.

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