https://www.faz.net/-gzg-8zg6s

Eröffnung später als geplant : Erstes City-Outlet-Center in Hessen wird teurer

  • Aktualisiert am

Der Bahnhof von Gelnhausen - in der Stadt soll Hessens erstes City-Outlet-Center entstehen Bild: Rainer Wohlfahrt

Die großen Pläne zu einem bisher einmaligen Fabrikverkaufszentrum namens „Barbarossa City Outlet“ sind in Gelnhausen ins Stocken geraten. Weil noch nicht genug Mieter gefunden sind, kann nicht gebaut werden. Gerechnet wird auch mit höheren Kosten.

          Die Eröffnung von Hessens erstem innerstädtischen Outlet-Center in Gelnhausen verzögert sich erheblich. Statt wie angenommen im Frühjahr 2018 werde das Fabrikverkaufszentrum namens „Barbarossa City Outlet“ nach neuem Plan erst zum Jahresende 2018 öffnen, wie der städtische Bauamtsleiter Günther Kauder und Projektleiter Marc-Ernst Oberscheid am Dienstag auf Anfrage sagten. Grund der Verzögerung: Mit den Bauarbeiten habe noch nicht begonnen worden können, weil der Projektbetreiber noch nicht genügend Mieter akquiriert habe.

          Bevor die Arbeiten beginnen dürfen, müssen den Angaben zufolge 50 Prozent der Flächen vermietet sein. „Wir wollen keine Bauruine haben, falls etwas schiefgeht“, sagte Kauder. Um genügend Mieter zu gewinnen, hat der Projektbetreiber noch einmal sechs Monate mehr Zeit bekommen - bis 4. Februar 2018. Wenn das nicht gelingt, könnte das Projekt scheitern. Bauamtsleiter Kauder sagte: „Wir glauben noch alle an das Projekt. Es wird sehr ernsthaft daran gearbeitet. Aber eine Garantie, dass das Barbarossa City Outlet kommt, gibt es nicht.“

          „Die Vertragsgespräche laufen“

          Projektleiter Oberscheid sagte: „Ich gehe zu 100 Prozent davon aus, dass es klappt.“ Bisher seien 50 Prozent der Verkaufsflächen von potenziellen Mietern reserviert. „Die Vertragsgespräche laufen“, versicherte Oberscheid. Dass noch nicht genügend unterschrieben haben, sei „nicht dramatisch“. Der Projektleiter räumte aber ein: „Wir waren etwas zu optimistisch.“

          In einem ehemaligen Kaufhaus soll das Outlet entstehen, auf vier Etagen mit einer Verkaufsfläche von 10.000 Quadratmetern. 50 bis 60 Markenshops sollen untergebracht werden. In Outlets werden Artikel zu Schnäppchenpreisen angeboten. Die Hersteller bieten B-Ware, Auslaufmodelle oder Artikel aus alten Kollektionen an.

          „Es wird mehr“

          Die Immobilie in Gelnhausen steht seit Jahren leer. Die Umbaukosten lagen nach ersten Angaben bei etwa zwölf Millionen Euro. Doch diese Summe ist nicht mehr zu halten. „Es wird mehr“, sagte Bauamtsleiter Kauder. Projektleiter Oberscheid rechnet mit reinen Baukosten von rund 16 Millionen Euro. Erhöhter Sanierungsbedarf und der Brandschutz hätten unter anderem zu dem Kostensprung geführt. Gelnhausen erhofft sich eine Belebung der Innenstadt und die Schaffung eines Anziehungspunkts für Touristen und Tagesausflügler.

          Angeboten werden sollen etwa Bekleidung, Schuhe, Mode, Einrichtungsgegenstände, Accessoires und Haushaltswaren. Es soll aber auch Gastronomie Geschichtliches zu Gelnhausen geben. In Vitrinen sollen historische Ausstellungsstücke gezeigt, um Besucher mit der Stadtgeschichte vertraut zu machen. Oberscheid rechnet mit 3000 bis 5000 Besuchern täglich im Durchschnitt, wenn das Center geöffnet ist.

          Weitere Themen

          Swing Heil

          Jazz-Musiker Emil Mangelsdorff : Swing Heil

          Mit ihrer Liebe zum Jazz rebellierte die Swing-Jugend gegen die Unfreiheit der Nazi-Diktatur. Emil Mangelsdorff war einer von ihnen. In einem Gesprächskonzert berichtet er von der damaligen Zeit.

          EKG für unterwegs Video-Seite öffnen

          Infarkt oder nicht? : EKG für unterwegs

          Eine App fürs Handy und ein Kabel mit Elektroden - Cardiosecur hat ein mobiles EKG entwickelt. Gründer und Geschäftsführer Markus Riemenschneider erklärt im Video, wie das Ganze funktioniert.

          Topmeldungen

          Mutmaßliche Angriffe im Golf : Tanker, Lügen – und Videofilme

          Es gibt viele Deutungen der jüngsten Vorfälle im Golf von Oman. Ironischerweise gewinnt in der gegenwärtigen Krise Amerikas Position gegenüber Iran an Glaubwürdigkeit – gerade durch den Faktor Trump.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.