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Bauer über den Wert des Kalbs : „Solch ein Preis ist unterirdisch“

Milchmann: Hessens Bauernchef Karsten Schmal ist auch Milchpräsident des Deutschen Bauernverbands und dessen Vize Bild: Rainer Wohlfahrt

Weniger als ein Hemd beim Discounter hat zuletzt ein Kälbchen gekostet. Wieso sind die Preise so tief? An einem Überangebot liegt es nicht, wie Hessens Bauernpräsident Karsten Schmal meint.

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          Nur 8,49 Euro – so wenig hat ein Bauer nach Angaben der Bundesregierung zuletzt für ein Kuhkalb bekommen. Wie bewerten Sie diesen Preis, zumal ein Kilogramm Kalbfleisch im Handel mindestens das Doppelte kostet?

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ein solcher Preis ist schon unterirdisch. Aus ethischen Gründen ist das sowieso der Fall, denn wir reden ja über Lebewesen. Aber auch mit Blick auf die mit der Fütterung und der Aufzucht verbundenen Kosten geht das nicht.

          Was kostet die Aufzucht eines Kalbes?

          In der Regel bleibt ein Kalb drei Wochen auf dem Hof, auf dem es geboren worden ist. Jedenfalls geben wir dann vor allem die Bullenkälber ab, für die wir in unserem Milchkuhbetrieb keine Verwendung haben. In dieser Zeit kostet ein Kalb etwa 150 bis 200 Euro. Die genauen Kosten hängen davon, wie gut ein Betrieb aufgestellt ist, wie effizient er also wirtschaftet. Nun sind mir 8,50 Euro noch nicht untergekommen, aber wir haben Kälber schon für 50 Euro verkauft. Und selbst das ist finanziell schon zu wenig, wenn die Kosten herangezogen werden.

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