https://www.faz.net/-gzg-xw1r

Zu Lebenslänglich verurteilt : Gesuchte Kindsmörderin stellt sich der Polizei

  • Aktualisiert am

Der neue Aufenthaltsort der Kindsmörderin, die zuletzt in Edertal gelebt haben soll: die Kasseler Haftanstalt Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Zehn Monate nach ihrer Verurteilung zu lebenslanger Haft hat sich eine Kindsmörderin der Polizei in Korbach gestellt. Die Frau wurde ins Gefängnis nach Kassel gebracht.

          1 Min.

          Eine verurteilte, untergetauchte Kindsmörderin hat sich der Polizei gestellt. Die Frau erschien in Begleitung ihres Anwalts auf dem Revier im nordhessischen Korbach, wie die Polizei mitteilte. Die Ermittler hatten seit dem 12. Oktober in ganz Deutschland und auch im Ausland nach der 34 Jahre alten Frau gesucht. Sie hatte an diesem Tag ihre lebenslange Freiheitsstrafe antreten sollen.

          Vermutlich sei der Fahndungsdruck so groß geworden, dass die Frau der Polizei zuvorkommen wollte und sich stellte. Angaben über ihren Aufenthaltsort in den vergangenen Wochen habe sie nicht gemacht. Die Frau wurde ins Gefängnis nach Kassel gebracht.

          Totes Kind im Müllsack verstaut

          Das Landgericht Kassel hatte die Frau im Februar wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt, weil sie 2007 ihr Kind einen Tag nach der Geburt getötet hatte. Die Richter gingen davon aus, dass die Frau ihr Neugeborenes vorsätzlich und aus niedrigen Beweggründen getötet und zuvor die Schwangerschaft verheimlicht hatte. Sie hatte dagegen angegeben, ihr Baby habe gekrampft und schließlich aufgehört zu atmen. In ihrer Verzweiflung habe sie das tote Kind in einen Müllsack im Kofferraum ihres Autos verstaut. Das Gericht hatte beim Urteil keinen Haftbefehl ausgestellt, was die Frau zur Flucht nutzte.

          Nach Angaben der Polizei konzentrierte sich die Suche nach der 34-Jährigen zunächst auf Hessen und wurde dann ausgeweitet. Im November erging ein europäischer Haftbefehl. Die Frau hatte früheren Angaben zufolge vor ihrer Flucht in Edertal gewohnt, wo sie zuletzt Ende Oktober gesehen worden sein soll. Einen Tag vor dem geplanten Haftantritt habe sie bei ihrem Arbeitgeber einen Auflösungsvertrag unterschrieben und noch am selben Tag ihren Firmenwagen zurückgegeben.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Byebye, London? Mitglieder des britischen Oberhauses bei der Eröffnung des Parlament im Westminster Palace (Archivbild)

          Johnson-Plan : Britisches Oberhaus nach York?

          Der Westminster Palace muss dringen renoviert werden. Die britische Regierung prüft, das House of Lords zu verlegen. Der Umzug könnte dauerhaft sein.
          Salvini am Samstag in Maranello, natürlich stilecht mit Ferrari-Mütze

          Matteo Salvini : Ein Mann, ein Prozess

          Vor der Regionalwahl in der Emilia-Romagna ruft Matteo Salvini dazu auf, ihm die Immunität zu nehmen. Der Chef der Lega-Partei will aus dem Ermittlungsverfahren gegen ihn politischen Nutzen ziehen.
          Der amerikanische Präsident Donald Trump spricht Mitte Januar bei einer Wahlkampfkundgebung im Bundesstaat Wisconsin.

          Wahlen in Amerika : Die Opposition muss draußen bleiben

          In der republikanischen Partei gibt es durchaus ein paar Trump-Gegner, sie haben aber meist keine gewählten Ämter. Eine neue Lobbygruppe ruft in ihrer Verzweiflung nun zur Wahl von Demokraten auf.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.