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Zahl gegenüber 2010 gestiegen : Wieder mehr Asylbewerber in Hessen

Containerlager: die Flüchtlingsunterkunft in Oberursel. Sie steht schon lange in der Kritik, nun soll sie geschlossen werden. Bild: ddp

Im Vergleich zu 2010 haben im ersten Halbjahr dieses Jahres in Hessen mehr Flüchtlinge um Asyl gebeten. Das geht aus einer Mitteilung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge hervor.

          Im Vergleich zu 2010 haben im ersten Halbjahr dieses Jahres in Hessen mehr Flüchtlinge um Asyl gebeten. Das geht aus einer Mitteilung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge hervor. Danach gab es von Januar bis Juni dieses Jahres in Hessen 1418 Erstanträge auf Asyl, im Vorjahreszeitraum waren es 1029.

          Stefan Toepfer

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Diese Entwicklung geht einher mit bundesweit gestiegenen Zahlen: So haben in der ersten Hälfte dieses Jahres insgesamt 20.609 Flüchtlinge Asyl beantragt, 5030 mehr als in ein Jahr zuvor. Weil sie nach einem bestimmten Schlüssel auf die Bundesländer verteilt werden, gibt es eine Steigerung auch in Hessen. Hält die Entwicklung an, könnte es 2011 insgesamt mehr Asylsuchende als 2010 geben, der seit 2008 zu beobachtende Trend würde fortgesetzt. Im vergangenen Jahr war die Zahl der Asylanträge gegenüber 2009 sogar vergleichsweise stark gestiegen – auf 41.332.

          Beim Hessentag protestiert

          Die meisten Flüchtlinge, die derzeit (Stand Juni 2011) in Hessen leben, stammen aus Afghanistan, Pakistan und Eritrea. Es folgen Iran, Somalia, Türkei, Serbien, Äthiopien und Irak. Sie kommen zunächst in die zentrale Erstaufnahmeeinrichtung nach Gießen und werden in der Regel nach etwa drei Monaten auf die Städte und Landkreise verteilt. Dafür ist das Regierungspräsidium Darmstadt zuständig.

          Was die Unterbringung der Flüchtlinge angeht, tritt der Hessische Flüchtlingsrat für Mindeststandards ein. Gemeinsam mit der in Frankfurt ansässigen Organisation Pro Asyl hatte er beispielsweise jüngst beim Hessentag in Oberursel gegen die Container protestiert, in denen der Hochtaunuskreis Flüchtlinge wohnen lässt, „eine Schande für einen der reichsten Landkreise Deutschlands“. Die Koalition aus CDU und SPD im Kreis will diese Einrichtung allerdings schließen.

          „Kein Idyll“

          Große Gemeinschaftsunterkünfte gibt es in Hessen nur noch in wenigen Landkreisen, wie Stefan Völkel vom Regierungspräsidium Darmstadt sagt. Die Unterkunft in Oberursel sei zwar „kein Idyll“, aber auch nicht so schlecht, dass man dort nicht wohnen könne. Insgesamt hätten die Unterkünfte in Hessen einen guten Standard. Beschwerden gehe das Regierungspräsidium nach.

          Die Behörde hat auch die Fachaufsicht über die Flüchtlingsunterkunft auf dem Frankfurter Flughafen. Dort leben jene Menschen, die per Flugzeug angekommen sind und sich im sogenannten Flughafenverfahren befinden. Dabei entscheidet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge über ihr Asylbegehren beziehungsweise ihre Einreise nach Deutschland. Im ersten Halbjahr 2011 wurden dort nach Angaben des Bundesamts 354 Anträge auf Asyl gestellt – 315 Menschen durften einreisen, um ihre Verfahren im Inland zu betreiben, das Asylbegehren von 23 Menschen wurde als „offensichtlich unbegründet“ abgelehnt. Dagegen können die Betroffenen beim Verwaltungsgericht Rechtsmittel einlegen. Das ist von Januar bis Juni 28 Mal geschehen, allerdings gab das Gericht diesem Wunsch nur ein Mal statt.

          In Hessen leben derzeit 6220 Menschen, deren Ersuchen nach Asyl schon anerkannt wurde

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