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Wiesbaden : Bürger für freiwilligen Polizeidienst gesucht

Auf Streife: In Frankfurt sind ebenfalls freiwillige Polizeihelfer im Dienst. Bild: Röth, Frank

Sie sind Bürger in Uniform: Freiwillige Polizeihelfer. In Wiesbaden werden derzeit neue Bewerber gesucht. Dabei ist der Dienst sehr umstritten.

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          Auch wenn der Freiwillige Polizeidienst umstritten ist, sucht die Stadt Wiesbaden wieder neue Mitarbeiter. Hintergrund ist die Fluktuation: Von den 30 Polizeihelfern, die 2001 den Dienst antraten, sind inzwischen nur noch 18 übrig. Die Kompetenz der Polizeihelfer ist begrenzt. Sie dürfen verdächtige Personen befragen, Personalien feststellen und vorübergehende Platzverweise erteilen. Ausgestattet sind sie mit einem Mobiltelefon und Pfefferspray. Dienstkleidung sind weiße Hemden mit dem Aufdruck „Freiwilliger Polizeidienst“ auf dem Rücken.

          Ewald Hetrodt

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          Insgesamt 34.000 Euro hat die Kommune nach eigenen Angaben im zurückliegenden Jahr für die Aufwandsentschädigungen ihrer Polizeihelfer ausgegeben. Jeder bekommt sieben Euro in der Stunde und ist höchstens 20 Stunden monatlich im Dienst. Winnrich Tischel, der Leiter des Ordnungsamtes, ist vor allem an neuen Mitarbeitern mit Migrationshintergrund interessiert. Die Aufgaben müssten wieder auf mehr Schultern verteilt werden, sagt er. Wenn wieder 30 Polizeihelfer unterwegs wären, werde es mehr Beobachtungen und Meldungen geben. Außerdem könnten mehr vorbeugende Gespräche mit den Bürgern geführt werden. „Das erhöht die Sicherheit.“

          Gewerkschaft kritisiert: „Billigpolizei“

          Freiwillige Polizeidienste sind nicht nur in Hessen, sondern auch in Bayern und Baden-Württemberg gesetzlich geregelt. Rainer Wendt, der Bundesvorsitzende der Polizeigewerkschaft, spricht von einer „Billigpolizei“. Bundesweit seien in den vergangenen Jahren mehr als 10.000 Planstellen bei der Polizei gestrichen worden. „Die Polizei schrumpft, und die Politik serviert der Öffentlichkeit den Freiwilligendienst“, sagte Wendt der „Frankfurter Rundschau“. Die Verwendung des Begriffes „Polizei“ suggeriere eine Sicherheit und eine Qualität, die es in Wirklichkeit nicht gebe. Er wolle die Freiwilligen nicht abschaffen, sagte Wendt. Er plädiere aber dafür, zu sagen: „Da laufen engagierte Bürger herum, die auch Ordnungswidrigkeiten melden.“

          Bewerben können sich Wiesbadener Bürger im Alter zwischen 18 und 65 Jahren. Sie müssen einen Schulabschluss oder eine abgeschlossene Berufsausbildung nachweisen und die deutsche Sprache in Wort und Schrift beherrschen. Außerdem müsse die „Gesamtpersönlichkeit“ sie geeignet erscheinen lassen, heißt es in einer Ausschreibung des städtischen Ordnungsamtes.

          Wer ausgewählt wird, nimmt zunächst an einer Ausbildung teil, die 50 Stunden umfasst. Der Umgang mit Pfefferspray wird den Aspiranten ebenso beigebracht wie der Inhalt von Gesetzestexten. Sie unterstützen die Wiesbadener Polizeidirektion und nehmen zweimal im Jahr an Fortbildungsseminaren teil.

          Wie bewerbe ich mich?

          Bewerber schicken ihre Unterlagen bis zum 14. September mit dem Stichwort „Freiwilliger Polizeidienst“ an die Polizeidirektion Wiesbaden, zu Händen Frau Hünecke, Konrad-Adenauer-Ring 51, 65187 Wiesbaden.

          Weitere Informationen gibt es unter der Telefonnummer 0611-3452002.

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