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Wald-Michelbach : Coronet vor Werkschließung im Odenwald

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Unter anderem Spülbürsten zählen zum Sortiment von Coronet Bild: Homepage Coronet

Dem Stammwerk des Haushaltswarenherstellers Coronet in Wald-Michelbach droht das Aus. „Hier soll die Verwaltungstätigkeit am 30. Juni eingestellt und nach Wuppertal verlagert werden“, teilte der Betriebsrat mit. 41 Beschäftigte sollen fortan in Nordrhein-Westfalen arbeiten.

          Knapp drei Jahre nach der Übernahme durch die Wuppertaler Nölle Holding droht dem Stammwerk des Haushaltswarenherstellers Coronet im südhessischen Wald-Michelbach das Aus. „Hier am Ort soll die Verwaltungstätigkeit am 30. Juni eingestellt und nach Wuppertal verlagert werden“, sagte der Betriebsratsvorsitzende der Coronet International GmbH & Co. KG, Volker Schneider. 41 von zuletzt 71 Mitarbeitern sei bereits gekündigt und eine neue Stelle bei Nölle in Nordrhein-Westfalen angeboten worden. Die Geschäftsführung war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

          Zehn Techniker und Handwerker sollen nach Schneiders Angaben bis mindestens Ende kommenden Jahres in Wald-Michelbach bleiben. Zunächst bis März 2009 behält auch die Coronet Logistik Dienstleistungen GmbH mit 30 Angestellten ihren Standort im Odenwald.

          Bessere Rentabilität erhofft

          Grund für die „Beinahe-Schließung“ sei, dass sich die Produktpaletten von Nölle und Coronet sehr ähnelten. Die Geschäftsführung verspreche sich durch die Zusammenführung von Verwaltung und Einkauf eine bessere Rentabilität, sagte Schneider: „Die Geschäftsführung begründet die Verlagerung damit, dass die Verluste im operativen Geschäft zu groß geworden seien. Unsere Wirtschaftsprüfer konnten jedoch keine Verluste feststellen.“

          Das 1920 als Hessische Hölzerwerke gegründete Unternehmen heißt seit 1970 Coronet. Die Gruppe hatte 2005 Insolvenz angemeldet und war danach zerschlagen worden. Damals beschäftigte Coronet mehr als 1000 Menschen, davon 800 im Odenwald.

          Holzbesen, Staubfänger, Fensterreiniger

          Am 1. Oktober 2005 übernahm die Nölle Holding & Consulting GmbH in Wuppertal den Haushaltswarenbereich der ehemaligen Coronet-Gruppe und gründete die Coronet International GmbH & Co. KG. Zum Sortiment gehören heute Holzbesen, Staubfänger, Fensterreiniger, Haushaltstücher, Spülbürsten, Fußmatten und Kleiderbügel. Der Versand wurde zum 1. April 2007 in die neu gegründete Coronet Logistik Dienstleistungen GmbH ausgelagert. Das Werksgelände im Odenwald wird laut Schneider bis heute von Insolvenzverwaltern verwaltet.

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