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Verkehrspolitik : Autobahn 44 darf gebaut werden

  • Aktualisiert am

Bisher sind erst vier von 64 Kilometern der Autobahn gebaut worden Bild: dpa

Naturschützer haben sich jahrelang gegen den Bau der Strecke von Kassel nach Herleshausen gesperrt. Aber das Bundesverwaltungsgericht hat sich jetzt auf die Seite des Landes Hessen gestellt.

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          Die Autobahn 44 von Kassel nach Herleshausen kann weitergebaut werden. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat eine Klage gegen den Bau des 64 Kilometer langen Teilstücks abgewiesen. Damit unterlag der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in dem jahrelangem Rechtsstreit gegen das Land Hessen. Bisher haben die Planungen für die neue Verbindung von West- nach Ostdeutschland rund 15 Jahre gedauert.

          Die Leipziger Richter wiesen die Klage der Umweltschützer im Wesentlichen als unbegründet ab. Die geänderte Planung des Landes Hessen für die Trasse entspräche den deutschen und europäischen Anforderungen zum Artenschutz. Das Gericht beanstandete lediglich eine Regelung zur Bewirtschaftung ökologisch wertvoller Wiesen.

          Hessen zufrieden, BUND enttäuscht

          Der hessische Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) kündigte an, dass nach Ostern mit den Bauarbeiten für ein etwa drei Kilometer langen Abschnitts begonnen werden soll. Er rechne damit, dass die Autobahn insgesamt bis 2015 fertiggestellt sein werde.

          Der BUND hat dagegen enttäuscht auf das Urteil reagiert. „Für uns ist das bitter“, sagte Naturschutzreferent Thomas Norgall. Es sei bedauerlich, dass das Gericht die jüngsten Änderungen Hessens an dem Projekt parallel zur Verhandlung akzeptiert habe. Der BUND könne aber für sich in Anspruch nehmen, dass durch seine Klage weitere Verbesserungen zum Schutz der Natur durchgesetzt worden seien.

          Erleichterung in Nordhessen

          Kassels Regierungspräsident Lutz Klein (CDU) hat das Urteil erleichtert aufgenommen. „Es ist für die nordhessische Region eine verkehrspolitische Weichenstellung“, sagte Klein. Nach sieben Jahren
          Rechtsstreit könne endlich weitergebaut werden. Die Behörden versprechen sich von der neuen Autobahn eine Entlastung der Ortschaften in der Region vom Durchgangsverkehr.

          Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat die Gerichtsentscheidung kritisiert. „Das Bundesverwaltungsgericht ebnet einer falschen Verkehrspolitik den Weg“, sagte der Vorsitzende des VCD Hessen, Udo Messer. Im Gegensatz zu den Richtern sei der VCD nicht der Ansicht, dass wirtschaftliche Gründe die Eingriffe in Natur und Landschaft rechtfertigten.

          Verkehrsprojekt Deutsche Einheit

          Die Autobahn 44 aus Richtung Dortmund endet derzeit östlich von Kassel bei Kaufungen. Ihr Weiterbau bis zur Autobahn Hersfeld-Eisenach in Thüringen (A 4) ist das letzte „Verkehrsprojekt Deutsche Einheit“.

          Mit der Verlängerung der Autobahn sollen die Orte an der stark befahrenen Bundesstraße B 7 vom Lastwagenverkehr befreit werden. Nach Angaben des hessischen Verkehrsministeriums wurden im Jahr 2004 durchschnittlich rund 3260 Lastwagen pro Tag im Ulfetal gezählt. Nach Freigabe der A 44 soll die Zahl auf etwa 100 Lastwagen sinken.

          64 Kilometer für 1,4 Milliarden Euro

          Die Schließung der rund 64 Kilometer langen Lücke zwischen West- und Ostdeutschland soll rund 1,4 Milliarden Euro kosten. In der Summe nthalten ist der Ausbau der A 7, der zu dem Lückenschluss zählt. Das Bauvorhaben ist insgesamt in elf Verkehrsabschnitte eingeteilt. Auf der Strecke sind drei Tunnel mit Längen zwischen 1642 und 670 Metern sowie vier große Talbrücken geplant. Zudem soll eine 62 Meter lange Grünbrücke entstehen, damit Wildtiere die Autobahn überqueren können.

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