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Unesco-Urkunden überreicht : Herkules und Wasserspiele sind Welterbe

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Weltkulturerbe: die Wasserspiele unterhalb der Herkules-Figur im Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel Bild: dpa

Auf den Tag genau 300 Jahre nach der Einweihung der Kasseler Wasserspiele ist am Sonntag die Urkunde der Unesco übergeben worden. Herkules und Wasserspiele sind offizielles Weltkulturerbe.

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          Zwar vor dem Schloss Wilhelmshöhe, aber doch in ebenso kleiner wie exklusiver Runde hat die Museumslandschaft Hessen Kassel die Urkunde zur Aufnahme des Herkules mit seinen Wasserspielen ins Welterbe der Unesco am Sonntag entgegengenommen. Nicht einmal jene Plätze, die für die geladenen Gäste abgesperrt waren, waren besetzt, während sich das Volk distanziert am Bratwurststand in einer langen Reihe wand. Doch das Wetter war trocken und das Datum mit dem 1. Juni vortrefflich gewählt, denn vor genau 300 Jahren hatte Landgraf Carl die Wasserspiele eröffnet.

          Der Direktor der Museumslandschaft, Bernd Küster, erinnerte an die Verwirklichung dieses „persönlich wie politisch anspruchsvollen Traums des Landgrafen“, der ein in der Welt einmaliges technisch zu inszenierendes Naturschauspiel hatte schaffen lassen und der darin „triumphierte“, die Beherrschung der Natur durch Technik vorzuführen, wann immer er es wollte. Doch bei seinem Tod im Jahr 1730 habe der Landgraf mit dem Herkules ein „zweifelhaftes Erbe“ hinterlassen, denn der heimische Tuffstein, aus dem er gebaut war, bröselte. „Niemand hätte geglaubt, dass das Bauwerk nur eine Generation übersteht“, sagte Küster. Nun aber seien zwölf Generationen darübergegangen. Küster versprach eine „Entwicklung mit Augenmaß“ statt der Suche nach neuen Attraktionen, denn „der Bergpark ist das Ereignis selbst“.

          Herkules ist sechste Welterbestätte in Hessen

          Michael Roth (SPD) überreichte die Urkunde und präsentierte sich selbst – so wörtlich – als „Europaminister mit nordhessischen Wurzeln“ im Auswärtigen Amt. Er erwies sich sogleich als perfekter Nordhesse, indem er öffentlich die Hoffnung aussprach, „dass die Nordhessen stolz sind“ auf die Erhebung der Herkules in den Welterbestatus, womit er den Eindruck erweckte, dass Freude und Stolz in diesem Landstrich nicht zu Hause seien. Lob hielt der Sozialdemokrat allerdings für den absolutistischen Herrscher bereit.

          Der Landgraf sei wegen seiner „Prasserei“, wegen der Ausgaben für den barocken Park, wohl nicht beliebt gewesen. Aber Baudenkmäler müssten sich nicht binnen zwanzig Jahren bezahlt machen. Roth forderte die öffentliche Hand auf, nicht an der falschen Stelle zu sparen und den repräsentativen Hochbau etwa nur den Banken in Frankfurt zu überlassen.

          Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) sprach von einer „besonderen Ehre für das Land Hessen“. Der Herkules mit den Wasserspielen sei die sechste Welterbestätte in Hessen und die 38. in Deutschland.

          „Ein wunderbares, sehr gutes Gefühl“, das sie erfülle, beschrieb Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU), die als Wissenschaftsministerin die Bewerbung um den Status des Welterbes befördert hat. Sie sei schon als Kleinkind, bevor sie habe laufen können, durch den Bergpark gefahren worden. Die Bewerbung sei eine „Achterbahnfahrt mit glücklichem Ausgang“ gewesen, spannend und prickelnd bis zum Schluss. „Wenn wir in Hessen nicht den Mut gehabt hätten, in die Liegenschaft zu investieren, und wenn wir nicht durchgehalten hätten, dann hätten wir heute nichts zu feiern“, sagte Kühne-Hörmann. Dann stieg die Fontäne auf, und das Bergparkfest für alle war eröffnet.

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