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Umfrage : Hessen lehnen Machtübernahme mit Hilfe der Linken ab

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Von Rot-Grün-Knallrot hält die Mehrheit der Hessen herzlich wenig Bild: Frank Röth

Eine rot-grüne Koalition mit Hilfe der Linken wird von 68 Prozent der Wahlberechtigten in Hessen abgelehnt. Wie eine Umfrage weiter ergeben hat, ist die SPD in der Wählergunst um gut zehn Prozent gegenüber der Landtagswahl abgesackt. SPD-Vize Steinbrück warnt vor einer Duldung durch die Linke.

          Eine rot-grüne Machtübernahme mit Hilfe der Linken stößt bei den Hessen auf entschiedene Ablehnung. 68 Prozent der Wahlberechtigten lehnen das Vorhaben der SPD-Landesvorsitzenden Andrea Ypsilanti ab, sich mit den Stimmen der Linken zur Ministerpräsidentin wählen zu lassen, wie eine am Mittwoch vorab verbreitete gemeinsame Umfrage der „Frankfurter Rundschau“ und des Magazins „Stern“ ergab. Nur 27 Prozent befürworten es.

          Selbst unter den Anhängern von SPD und Grünen findet Ypsilanti der Umfrage zufolge keine Unterstützung. Jeweils 54 Prozent der SPD- und Grünen-Wähler sind gegen eine Ministerpräsidentenwahl mit Hilfe der Linken. Dass Ypsilanti mit ihrem Kurs der gesamten SPD schadet, glauben 70 Prozent der Hessen und 65 Prozent der SPD-Anhänger.

          Neun Prozent halten Schwarz-Rot für beste Lösung

          Als Ausweg aus der politischen Situation plädierten 61 Prozent der Befragten für Neuwahlen. Für eine von der Linken tolerierte rot-grüne Minderheitsregierung sind lediglich zehn Prozent. Neun Prozent halten eine große Koalition für den besten Weg, eine Koalition aus CDU, FDP und Grünen wollen sieben Prozent. Genauso viele wünschen sich eine Regierung aus SPD, FDP und Grünen (Jamaika-Koalition).

          Bei einer Neuwahl könnten CDU und FDP laut Umfrage zusammen mit 50 Prozent und damit einer parlamentarischen Mehrheit rechnen. Die CDU käme auf 38 Prozent, einen Punkt im Vergleich zur Landtagswahl, die FDP auf zwölf Prozent und damit auf 2,6 Punkte mehr. Die SPD würde um 10,6 Punkte auf 26 Prozent absacken. Die Grünen könnten sich um 3,5 Punkte auf auf elf Prozent verbessern, die Linke würde auf acht Prozent zulegen, das sind knapp drei Punkte mehr als bei der Wahl.

          Für die Umfrage befragte das Forsa-Institut zwischen dem 19. und 22. August 1001 Wahlberechtigte in Hessen. Forsa gibt die statistische Fehlertoleranz mit plus/minus 3 Prozentpunkten an.

          „Traumata des Herrn Lafontaine“

          Derweil hat der stellvertretende SPD-Chef Peer Steinbrück in ungewöhnlich scharfer Form Ypsilanti von einer Machtübernahme mit Hilfe der Linken abgeraten. „Ich halte die Risiken der politischen Szenarien in Hessen für unvertretbar“, sagte der Bundesfinanzminister dem Hamburger Magazin „Stern“. „Wir stehen zwischen Pest und Cholera.“ Sollte Ypsilanti im Wiesbadener Landtag zur Wahl antreten und verlieren, „wird das sie selbst, die SPD in Hessen und die Bundes-SPD vor der Bundestagswahl schwer beschädigen“.

          Werde sie gewählt, „ist sie abhängig von der Linken und den Traumata des Herrn Lafontaine“, sagte Steinbrück mit Blick auf den Linkspartei-Chef und ehemaligen SPD-Vorsitzenden Oskar Lafontaine. „Sie begibt sich in die Hände einer Partei, die Einfluss ohne Verantwortung, ohne jede Verpflichtung hätte, die wöchentlich dafür sorgen kann, dass Regierungsfähigkeit wieder verloren geht.“

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