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Tornado wütet in Hessen : Sturm macht Dachziegel zu Frisbeescheiben

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Nach dem Tornado haben Dachdecker gut zu tun Bild: dpa

Ein Tornado hat in Mittel- und Osthessen für Schäden in Millionenhöhe gesorgt. Allein in Lumda im Kreis Gießen wurden zehn Häuser vollständig abgedeckt und 44 weitere beschädigt. Der Deutsche Wetterdienst sieht derweil keine Zunahme von Tornados hierzulande.

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          Abgedeckte Dächer, zerstörte Autos, umgeknickte Ampeln - ein Tornado ist am Montagabend über die Mitte und den Osten Hessens gefegt und hat für Schäden in Millionenhöhe gesorgt. Im 673-Einwohner-Dorf Lumda im Landkreis Gießen wurden zehn Gebäude komplett abgedeckt und 44 weitere Häuser oder Scheunen beschädigt, wie die Polizei mitteilte.

          Einwohner berichteten, Dachziegel seien wie Frisbeescheiben herumgeflogen. Sie schlugen in Autos ein, wie es weiter hieß.

          „Schneise durch die ganze Stadt geschlagen“

          Auch im rund 70 Kilometer entfernten Schlüchtern wütete der Tornado, trennte zahlreiche Dächer ab und kippte Container um. „Der Tornado hat eine Schneise durch die ganze Stadt geschlagen“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Es habe 25 Einsätze gegeben. In den übrigen Teilen Hessens blieb es bei starkem Regen und einzelnen Gewittern.

          In diesem Fall fegte es in Lumda eine Satellitenschüssel nebst Antennen von einem Dach

          Auch die Feuerwehr selbst war betroffen: Das halbe Dach des Gerätehauses wurde zerstört, Ziegel beschädigten 24 Privatwagen der Einsatzkräfte. Zudem wurde der Funkmast zerstört. „Wir kamen gerade von einem Kellerbrand und wurden auf der Rückkehr überrascht“, sagte der Sprecher. Etwa 250 Kräfte von Feuerwehr, Technischen Hilfswerk und Rettungsdiensten waren ab 20 Uhr bis nach Mitternacht im Einsatz. Menschen wurden nicht verletzt.

          „Der komplette Ort wurde verwüstet“

          Auch in Lumda, einem Ortsteil der Stadt Grünberg, kamen keine Personen zu Schaden. Den Sachschaden schätzte die Polizei in Gießen zunächst auf mehrere Hunderttausend Euro. „Der komplette Ort wurde verwüstet“, sagte ein Sprecher. Neben zehn vollständig abgedeckten Gebäuden entstanden kurz nach 18 Uhr an 14 Häusern oder Scheunen größere Schäden an den Dächern. 30 weitere Gebäude wurden leicht beschädigt. Auch im Ortsteil Reinhardshain riss der Tornado am frühen Abend Dachziegel fort.

          Die Polizei in Fulda berichtete von einigen vollgelaufenen Kellern und starkem Regen. Es habe ein stärkeres Gewitter, jedoch keinerlei Sturmschäden gegeben. In Südhessen wurden durch heftige Regenfälle einige Gullydeckel hochgedrückt.

          Wetterdienst: Nicht mehr Tornados

          Die Zahl der Tornados in Deutschland hat nach Beobachtungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) nicht zugenommen. 20 bis 60 Tornados werden pro Jahr registriert, in Hessen bis zu 8. „Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs“, sagte am Dienstag der DWD-Tornadobeauftragte Andreas Friedrich der dpa. Die Zahl der Verdachtsfälle sei viel höher, manche Tornados würden auch gar nicht erkannt, weil sie über freies Feld zögen und keine Schäden anrichteten.

          Der Tornado, der am Montagabend in Mittelhessen wütete, war nach Angaben von Friedrich der zweite in diesem Jahr in Hessen. Am 26. März hatte es bei Marburg einen solchen Wirbelsturm gegeben. In Deutschland gab es seit Jahresbeginn zwölf Tornados, allein am Montag im Nordosten drei.

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