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Täglich 40.000 Fluggäste betroffen : Lufthansa-Piloten wollen vier Tage lang streiken

Sollten die Piloten der Lufthansa streiken, bleibt der Vogel am Boden. Bild: AFP

Bei der Lufthansa droht ein viertägiger Streik der Piloten der Lufthansa Passage, der Lufthansa Cargo und der Niedrigpreistochter Germanwings. Ein Streik würde in Frankfurt an jedem Tag etwa 400 Abflüge betreffen und damit 40.000 Passagiere.

          Bei der Lufthansa droht ein viertägiger Streik der Piloten der Lufthansa Passage, der Lufthansa Cargo und der Niedrigpreistochter Germanwings. Wie die Pilotengewerkschaft Cockpit am Mittwoch in Frankfurt mitteilte, soll der Ausstand am Montag um Punkt 0 Uhr beginnen und erst am Donnerstag um 23.59 Uhr enden. Von den 4500 Piloten der Lufthansa sind 4000 in der Vereinigung organisiert.

          Jochen Remmert

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, zuständig für Flughafen und Offenbach.

          Bei der Urabstimmung, deren Ergebnis am Mittwoch veröffentlicht wurde, haben knapp 94 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder für den Streik gestimmt. 70 Prozent wären notwendig gewesen, wie die Cockpit-Tarifexpertin Ilona Ritter sagte. Ein Streik würde allein in Frankfurt an jedem Tag etwa 400 planmäßige Abflüge betreffen und damit 40.000 Passagiere. Die Ankünfte hinzugerechnet, wären es doppelt so viele Flüge und Passagiere. Der gesamte Lufthansa-Winterflugplan enthält 1800 An- und Abflüge am Tag, darunter 160 interkontinentale Verbindungen. Die Lufthansa will versuchen, mit Hilfe von Umbuchungen auf andere Airlines und via Bahn die Folgen des Streiks zu lindern.

          Die Lufthansa bezeichnete den Streikaufruf als „unverhältnismäßig“

          Bei der Auseinandersetzung geht es der Pilotenvereinigung vor allem darum, die Arbeitsplätze der Lufthansa-Piloten gegen die billigere Konkurrenz aus dem eigenen Konzern zu sichern. Cockpit befürchtet, dass die Konzernleitung verstärkt Strecken von Auslandstöchtern wie der Austrian Airlines, der Swiss, der British Midlands oder der Lufthansa Italia bedienen lässt, weil dort das Entgeltniveau insgesamt niedriger ist als bei der Lufthansa selbst. Um ihr Ziel zu erreichen, haben die Piloten in der parallel zu diesem Streit laufenden Auseinandersetzung um Entgelte in Aussicht gestellt, von ihrer Forderung nach einer Erhöhung um 6,4 Prozent abzusehen und eine Nullrunde zu akzeptieren.

          Die Lufthansa bezeichnete den Streikaufruf als „unverhältnismäßig“. Welche Gesellschaft des Konzerns welche Flugzeuge fliegt und welche Strecken bedient, betrachtet sie als unternehmerische Grundsatzentscheidung, bei der es keine „weitgehenden Mitspracherechte“ der Piloten geben kann, wie es weiter hieß. Thomas von Sturm, Leiter der Konzerntarifkommission, äußerte vor der Presse, dass es im September vergangenen Jahres zunächst noch nach einer Einigung zwischen Cockpit und der Unternehmensleitung ausgesehen habe. Kaum vier Wochen später seien aus dem Management plötzlich „rückwärtsgewandte“ Vorschläge unterbreitet worden.

          Auf Rückfrage wollte Sturm nicht ausschließen, dass die von ihm beschriebene Wende auf den Einfluss des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Christoph Franz zurückgeht. Dieser will sich mit dem jüngsten Kostendämpfungsprogramm als Nachfolger von Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber empfehlen, hat aber im Konzern schon vielerorts für Unmut gesorgt, unter anderem, weil er den Lufthanseaten die Billigflieger als Vorbild empfohlen hat.

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