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Sonnenfinsternis : Hessen richten Blick nach oben

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Gut bebrillt: Schülerinnen und Schüler des Astronomiekurses an der Frankfurter Wöhlerschule bestaunen die Sonnenfinsternis. Bild: dpa

Zur Sonnenfinsternis war der Andrang in Hessens Sternwarten groß. Besonders in Frankfurt und Darmstadt bot sich eine gute Sicht. Doch es kam zu Zwischenfällen, weil einige ohne Spezialbrille in den Himmel blickten.

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          Dank der zumeist guten Sicht haben am Freitag Hunderttausende Menschen in Hessen die Sonnenfinsternis bestaunt. Sternwarten und Astronomie-Vereinigungen hatten eingeladen, sich das Himmelsspektakel unter Anleitung anzusehen. Der Wetterdienst meldete nur für wenige Landesteile schlechtere Beobachtungschancen. „Hochnebel gab es in einigen Teilen Nordhessens und um den Taunus herum“, sagte Adrian Leyser, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach. Für Frankfurt war die maximale Sonnenfinsternis mit 74 Prozent Bedeckung durch den Mond um 10.38 Uhr.

          Nicht alle Beobachter nutzten zum Schutz wie dringend empfohlen spezielle Sonnenfinsternis (Sofi)-Brillen. In der Klinik für Augenheilkunde der Uni Frankfurt meldeten sich Angaben zufolge bis zum Nachmittag rund 15 Menschen.

          Gute Sicht gab es etwa in der Region Frankfurt/Darmstadt. In die Sternwarte in Trebur (Kreis Groß-Gerau) kamen nach Angaben von Koordinator Alfons Gabel rund 400 Besucher. Die Volkssternwarte Darmstadt lockte rund 250 Interessierte an. „Das ist viel“, sagte der Vorsitzende Bernhard Schlesier. Auf dem Wiesenparkplatz eines Schwimmbades hatte die Arbeitsgemeinschaft Astronomie und Weltraumtechnik (AAW) Darmstadt Teleskope aufgebaut. „Hier sind 50 bis 60 Leute da“, meinte Vereinsmitglied Michael Khan.

          Am Mainufer in Frankfurt versammelten sich zahlreiche Schulklassen, um gemeinsam die Sonnenfinsternis zu beobachten - ausgestattet mit beschichteten Spezialbrillen. Auch in der Innenstadt standen vor den Bürogebäuden Mitarbeiter in Gruppen beieinander und schauten in den Himmel - einige hatten noch Schutzbrillen ergattert und teilten sie mit ihren Kollegen. Andere versuchten, das Spektakel mit ihren Smartphones zu dokumentieren.

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          Andrang gab es auch im Schülerforschungszentrum Nordhessen (SFN) in Kassel. Rund 750 Schüler waren gekommen. Bei zum Teil dichten Wolken beobachteten sie die Sonnenfinsternis vom Dach des Forschungszentrums aus. „Das Wetter ist ideal. Mit Wolken kann jeder hochsehen auch ohne Brille“, sagte SFN-Leiter Klaus-Peter Haupt.

          Die Organisatoren hatten Konstruktionen mit Spezialfolie aufgebaut, durch die mehrere Schüler gleichzeitig gefahrlos sehen konnten, und boten Live-Beobachtungen durch professionelle Fernrohre, Videoprojektionen von Kassel und Spitzbergen sowie eine begehbare Lochkamera an. Zudem konnten sich die Schüler selbst Fernrohre bauen und an Kurzvorträgen und Workshops zum Thema teilnehmen.

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