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Sicherheitskonzept : Mehr Polizei an Weihnachten und Silvester

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Mehr Beamte im Einsatz: An Silvester setzt die Polizei in Frankfurt außerdem auf Sicherheitszonen. Bild: dpa

Nach dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt sind in Hessen mehr Polizisten im Einsatz. Das gilt auch an Weihnachten und Silvester. Für den Jahreswechsel gibt es in Frankfurt ein neues Sicherheitskonzept.

          Nach dem Anschlag auf einem Berliner Weihnachtsmarkt mit zwölf Toten und nach den sexuellen Übergriffen in der letzten Silvesternacht ist die Polizei in Hessen mit mehr Kräften unterwegs. Es seien sowohl mehr uniformierte als auch mehr zivile Polizisten unterwegs, sagte der Sprecher das Landeskriminalamts (LKA), Max Weiß, in Wiesbaden am Donnerstag auf Anfrage. An Heiligabend und den Feiertagen hätten die Beamten dabei auch die Kirchen im Blick. Massiver Objektschutz an jeder Kirche sei zwar illusorisch, das LKA sondiere aber ständig die Lage und passe die Einsatzkräfte entsprechend an. „Wir bringen die Kräfte dahin, wo es vonnöten ist“, sagte Weiß. Die Beamten seien zudem noch aufmerksamer als bisher schon.

          Frankfurts Polizeipräsident Gerhard Bereswill kündigte an: „Wir haben in diesem Jahr auch Weihnachten mehr im Fokus.“ Der Leiter der Polizeieinsätze an den Feiertagen in Hessens größter Stadt, Thomas Schmidl, sprach von „starker Polizeipräsenz“. Die beim Großen Stadtgeläut an Heiligabend gut besuchte Innenstadt und alle großen Kirchen würden in die Überwachung der Polizei mit einbezogen. Einzelheiten nannte er nicht. Es werde zwar keine Zugangskontrollen geben, Einzelne könnten jedoch kontrolliert sowie an der Hauptwache Polizeifahrzeuge Durchfahrtsperren errichtet werden. In anderen Städten wie Limburg beispielsweise fahren die Streifen während der Feiertage auch den Bereich um den Dom an, wie eine Sprecherin berichtete.

          Broschüre mit Verhaltensregeln in mehreren Sprachen

          An Silvester gibt es in Frankfurt und Wiesbaden neue Sicherheitskonzepte. Beide Städte richten Sicherheitsbereiche mit Zugangskontrollen ein: Frankfurt am Main um den Eisernen Steg, Wiesbaden am abgesperrten Bowling Green vor dem Kurhaus. Feuerwerk und große Taschen sind in diesen Zonen verboten. Weil das Höhen-Feuerwerk der Stadt diesmal vor dem Kurhaus zu bewundern sei und das Grün deshalb gesperrt werden müsse, könne es noch enger als im Vorjahr werden, erläuterte Polizeisprecher Markus Hoffmann die Gründe der Absperrung. Frankfurt reagiert damit unter anderem auf mehr als 60 sexuelle Übergriffe in der Silvesternacht 2015/16. Unter den 510 Polizeieinsätzen seien damals viele „in Art und Häufung neu gewesen“ und hätten zu einer „völligen Neubewertung der Lage“ geführt, sagte Bereswill. „In dem Sicherheitsbereich sollen die Menschen sicher und entspannt feiern können.“

          In der größten Stadt des Landes sind zum Jahreswechsel mehr als 600 Polizisten zusätzlich im Einsatz - fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Es wird auch Durchbruchsperren für Lastwagen und gesperrte Straßen am Mainufer geben. Zum Konzept gehört nicht nur mehr Polizei am Main, sondern auch in der Innenstadt. Fünf feste Wachen in der Stadt und eine mobile am Eisernen Steg sind für Anzeigen und Hinweise da. Eine mobile Videoanlage kommt nach dem Weihnachtsmarkt auf dem Eisernen Steg zum Einsatz - den Brennpunkt an Silvester 2015. Die Polizei setzt aber auch auf Flyer, Informationsblätter und Infos im Internet und den sozialen Netzwerken. „Feiern? Aber Sicher!“ lautet der Titel eines kleinen Faltblatts für den Geldbeutel mit wichtigen Tipps für die Nacht. Gemeinsam mit der Stabsstelle Flüchtlingsmanagement der Stadt wurde etwa ein Informationsblatt zu Silvester in mehreren Sprachen verfasst und an neue Ausländer verteilt, auch in Flüchtlingseinrichtungen. Darin heißt es unter anderem: „Frauen bestimmen in Deutschland ausnahmslos selbst, wer sie anfassen oder umarmen darf und was sie tun oder nicht tun wollen!“ Polizeipräsident Bereswill betonte: Das Sexualstrafrecht ist in Deutschland verschärft worden. Sexuelle Belästigungen wie Anfassen und Angrapschen seien jetzt strafbar.

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