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Selbstanzeigen in Hessen : Reuige Steuersünder bringen 324 Millionen Euro

  • Aktualisiert am

In hessischen Finanzämtern sind bisher 3286 Selbstanzeigen von Menschen, die unversteuert Geld in der Schweiz deponiert oder angelegt haben, eingegangen Bild: ©Helmut Fricke

Im Gegensatz zu anderen Bundesländern hat Hessen nach eigenen Angaben keine Steuersünder-Daten gekauft. Dennoch liegen bisher 3286 Selbstanzeigen von Menschen vor, die unversteuert Geld in der Schweiz deponiert oder angelegt haben.

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          Reuige Steuersünder in Hessen haben das Staatssäckel in diesem Jahr bislang mit zusätzlich mindestens 324 Millionen Euro gefüllt. Das Landesfinanzministerium in Wiesbaden zählte nach einer Mitteilung vom Freitag bereits 3286 Selbstanzeigen von Menschen, die unversteuert Geld in der Schweiz deponiert oder angelegt haben.

          Die Höhe des ermittelten oder mitgeteilten Kapitals liege bei rund einer Milliarde Euro, hieß es. Dem Land bleibt von dem zusätzlichen Geld die Hälfte für den Haushalt, wie ein Ministeriumssprecher erklärte. Weil es sich um Einkommenssteuern handelt, geht der Rest an den Bund.

          Keine Steuersünder-Daten gekauft

          „Der Eingang schwankt in Wellenbewegungen“, sagte der Sprecher. Auslöser für die meisten Selbstanzeigen waren aufgetauchte CDs mit Daten mutmaßlicher deutscher Steuerflüchtige. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern hat Hessen nach Angaben des Sprechers bislang keine Steuersünder-Daten gekauft.

          Zur Bearbeitung waren im Frühjahr 40 zusätzliche Steuerfahnder in Hessen eingestellt und in der Oberfinanzdirektion Frankfurt eine Zentralstelle zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung eingerichtet worden. „Die Ergebnisse belegen, dass sich der Personalaufwand zur Bewältigung der Flut von Selbstanzeigen gelohnt hat“, sagte Finanzstaatssekretärin Luise Hölscher (CDU) laut Mitteilung.

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