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Schwierige Trägersuche : Hahn: Unterricht für Muslime spätestens in drei Jahren

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Hessen will den muslimischen Schülern spätestens bis zum Schuljahr 2013/14 ein religiöses Angebot machen - in anderen Bundesländern gibt es das schon länger Bild: Edgar Schoepal

Die Suche des Landes Hessen nach einem Träger für den Unterricht unter den islamischen Vereinen erweist sich als schwieriger als gedacht. Integrationsminister Hahn bleibt aber beim Zeitplan, spätestens 2013 einen islamischen Religionsunterricht einzuführen.

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          Die geplante Einführung eines islamischen Religionsunterrichts in Hessen zieht sich hin. Die Suche nach einem Träger für den Unterricht unter den islamischen Vereinen dauere an, erklärte Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) in Wiesbaden. Sollten die Gespräche scheitern, werde wie geplant ein Islamkundeunterricht eingeführt. Damit bleibe es beim festgelegten Zeitplan, bekräftigte Hahn, der auch FDP-Landesvorsitzender ist. Danach soll den muslimischen Schülern spätestens bis zum Schuljahr 2013/14 ein religiöses Angebot gemacht werden.

          Die FDP präsentierte am Dienstag ihre Forderungen an den möglichen Träger des Unterrichts. Die Partei hatte dazu bereits auf ihrem Parteitag am 19. Juni in Künzell mehrere Beschlüsse gefasst. Darin wird Verfassungstreue des Trägers gefordert, unter anderem solle er sich zur Gleichberechtigung und Religionsfreiheit bekennen. Die Anerkennung als öffentlich-rechtliche Körperschaft hingegen sei wünschenswert, aber nicht zwingend. Die FDP verlangt zudem, möglichst bald mit der Lehrerausbildung zu beginnen.

          Die Landesregierung strebt einen Unterricht in deutscher Sprache an, der die islamischen Schüler denen anderer Konfessionen gleichstellen würde. Dazu braucht die Regierung einen festen Ansprechpartner bei den islamischen Verbänden. Bis Ende des Jahres soll dieser feststehen. Gespräche über mögliche Inhalte des Unterrichts laufen bereits.

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