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Schweinegrippe : Sozialminister rät zur Impfung gegen Influenza

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Für alle Bürger empfohlen: Grippeimpfung. Bild: dapd

Nachdem in Niedersachsen zwei Menschen an der Schweinegrippe gestorben sind, hat der hessische Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) die Bevölkerung am Dienstag zur Grippeschutzimpfung aufgerufen.

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          Nachdem in Niedersachsen zwei Menschen an der Schweinegrippe gestorben sind, hat der hessische Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) die Bevölkerung am Dienstag zur Grippeschutzimpfung aufgerufen. In Hessen sind nach Angaben des Ministeriums seit Oktober 15 Fälle von Schweinegrippe gemeldet worden, elf davon im Dezember.

          Dass das Influenza-Virus H1N1 in diesem Winter wieder auftrete, sei nicht überraschend, so der Minister. Schon zu Beginn der Grippesaison sei damit zu rechnen gewesen. „Daher ist in dem diesjährigen saisonalen Grippeimpfstoff als eine von drei Komponenten auch der Wirkstoff gegen Influenza A H1N1 enthalten“, sagte Grüttner, der auch Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz der Länder ist. Wer sich also gegen die normale Grippe impfen lasse, schütze sich damit zugleich vor der Schweinegrippe. „Derzeit ist genügend saisonaler Impfstoff auf dem Markt vorhanden.“ Hessen bewahre jedoch weiterhin den Pandemie-Impfstoff des vergangenen Jahres auf, um darauf zurückgreifen zu können, falls der saisonale Impfstoff knapp werden sollte.

          Impfung nicht nur für Risikogruppen

          Vor allem für Schwangere, chronisch Kranke und Personen von 60 Jahren an sei es wichtig, sich gegen die Grippe zu wappnen. Bei Schwangeren schütze die Impfung indirekt ihre ungeborenen Kinder. Aber auch Ärzte, Pfleger und Personen, die berufsbedingt mit vielen Menschen Kontakt haben, sollten sich immunisieren lassen, um nicht andere anzustecken. Vollständiger Impfschutz besteht etwa zwei Wochen nach der Spritze.

          Grund zur Panik gebe es nicht, sagt Oswald Bellinger vom Amt für Gesundheit der Stadt Frankfurt: „Die Experten sind sich einig, dass wir vor einer normalen, saisonalen Grippewelle stehen.“ Vereinzelt seien der Behörde zwar Influenza-Erkrankungen gemeldet worden, darunter auch schwere H1N1-Infektionen. Aber bisher zeichne sich keine Pandemie ab, die mit jener im vergangenen Winter vergleichbar wäre. Allerdings blieben viele Infektionen mit der Schweinegrippe bei harmlosen Krankheitsverläufen unerkannt, weil die Hausärzte auf einen Labornachweis verzichteten — aus Kostengründen, aber auch, weil es keine Auswirkung auf die Behandlung des Patienten habe.

          Den Höhepunkt der Influenza erwartet Bellinger nach dem Ende der Schulferien oder im Februar. „Neu ist allerdings, dass aufgrund der besonderen Eigenschaften des Schweinegrippe-Virus besonders auch Kinder und junge Erwachsene an dem H1N1-Virus erkranken und sterben können.“ Deshalb empfiehlt Bellinger die Impfung nicht nur Risikogruppen, sondern allen Bürgern. Menschen mit schwachem Immunsystem rät er, sich von erkrankten Personen fernzuhalten oder einen Mund- und Nasenschutz zu tragen.

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