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Marode Schiersteiner Brücke : Wie dem Verkehrschaos entkommen?

  • -Aktualisiert am

Nichts geht mehr: Stau auf der A66 vor der Ausfahrt Mainz-Kastell. Bild: Cornelia Sick

Die Schiersteiner Brücke ist voll gesperrt. Frühestens Anfang der Woche soll Klarheit herrschen, wie lange die Strecke gesperrt sein wird. Für Pendler bleibt der Engpass bestehen. Wie Sie am besten durch das Verkehrschaos finden.

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          Die Sperrung der Schiersteiner Brücke hat schon als Brückengau Eingang in die sozialen Netzwerke gefunden. Für viele Pendler bedeutet die Vollsperrung der maroden Brücke seit Dienstagnacht lange Wartezeiten im eigenen Auto im Stau oder in überfüllten Bahnen und Busse, die wiederum zeitweise im Stau standen. Bis zu 16 Kilometer Stau wurden gemeldet. Die Stadt Mainz hat mittlerweile die Ampeltaktung geändert, damit nicht zu viele Autos in die Stadt einfahren.

          Die erste Variante: öffentliche Verkehrsmittel

          Die Idee, auf die öffentlichen Verkehrsmittel umzusteigen, liegt auf der Hand. Allerdings bildeten sich auch in den Hauptbahnhöfen in Mainz und Wiesbaden lange Schlangen, der Andrang ist groß. Ein Sprecher des Rhein-Main-Verkehrsbundes (RMV) sagte, dass eindeutig mehr Menschen mit Bus und Bahn unterwegs waren.

          Laut Sprecher fahren die Bahnen des RMV derzeit an der Kapazitätsgrenze. Ob mehr Bahnen zur Verfügung gestellt werden können, könnte der Sprecher zu diesem Zeitpunkt nicht sagen. Er empfiehlt trotzdem, auf die öffentlichen Verkehrsmittel umzusteigen. Reisende mit Ziel Frankfurt können von Wiesbaden aus mit der S-Bahn-Linie S8 wie S9 und ein Zug des Anbieters Vias wählen, eine Fahrt auf der Strecke ist fünf mal die Stunde in beide Richtungen möglich.

          Vom Hauptbahnhof Mainz fährt ebenfalls die S-Bahn der Linie S8 und die Regionalbahn Linie 80 der Deutschen Bahn. Für Pendler aus dem Rheingau gebe es die Rheingau-Linie, die drei mal in der Stunde fährt. Weitere Verbindungen können Sie auf der Internetseite der Deutschen Bahn oder auf der Seite des RMV nachschauen.

          Der zweite Variante: mit dem Auto

          Insgesamt gibt es zwischen Mainz und Wiesbaden drei Rheinquerungen, wovon die Schiersteiner Brücke nun gesperrt ist. Das bedeutet zwangsläufig, dass es an den beiden verbleibenden Brücken eng wird. An der Theodor-Heuss-Brücke ging dann auch kurze Zeit nach der Sperrung nichts mehr. Zweitweise warnte die Polizei davor, den Weg über die Theodor-Heuss-Brücke zu nehmen.

          Zäher Verkehr auf der Theordor-Heuss-Brücke.

          Die Route über die Weisenauer Brücke bei Laubenheim (A 60) zu planen ist derzeit die beste Lösung. Das empfiehlt auch die Polizei. Da mit der Schiersteiner Brücke die wichtigste Verbindung zwischen Mainz und Wiesbaden wegfällt, wird die Lage in den nächsten Tage wohl weiter angespannt bleiben.

          Fernreisende in Richtung Süden oder Norden sollten den Stau über die A61 umgehen. Der Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz empfiehlt zudem für Verkehrsteilnehmer, die von Norden nach Frankfurt wollen, schon bei Koblenz auf die A3 zu aufzufahren.

          Die dritte Variante: mit der Fähre

          Rhein-Fähren bieten eine Alternative zu Zug und Straße, den Fluss zu überqueren. Hier ist der Ansturm aber auch sehr groß und es kommt zu Wartezeiten. Der Betriebsschluss der Fähren wurde daher um zwei Stunden auf 24 Uhr verlängert. Einige Betreiber reagieren auf den großen Andrang, indem sie häufiger fahren. Die Fähre Bingen-Rüdesheim wich von ihrem üblichen 20-Minuten-Takt ab. „Wir fahren dann los, wenn die Fähre voll ist“, sagte eine Sprecherin.

          Online-Infos

          Öffentliche Verkehrsmittel:

          Für Verbindungen des Rhein-Main-Verkehrsbundes (RMV).

          Die Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn

          Fährbetreiber am Rhein: Übersichtsseite über Autofähren am Rhein

          Für Smartphone-User bieten der RMV und die Deutsche Bahn (DB Navigator) benutzerfreundliche Apps an.

           

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