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Studentenrekord zum Wintersemester : Hessens Hochschulen so voll wie nie

  • -Aktualisiert am

Raumnot: Nicht alle Studenten werden wie hier in Kassel immer in den Genuss eines richtigen Hörsaals kommen. Bild: dpa

Zum Wintersemester sind in Hessen so viele Studenten eingeschrieben wie nie. Die Hochschulen beteuern, gut vorbereitet zu sein - und hoffen dennoch auf mehr Geld von Bund und Land.

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          Ob es immer großes Kino ist, was in den Vorlesungen geboten wird, sei dahingestellt. Auf jeden Fall werden die Anfänger im Fach Architektur an der Hochschule Darmstadt viele Stunden in einem großen Kino verbringen: Weil der Platz für die vielen Neulinge sonst nicht reichen würde, hat die Fachhochschule den größten Saal im Darmstädter Kinopolis gemietet. Er hat 360 Plätze und bietet, wie die Fachhochschule schreibt, „Multimedia im XXL-Format“: Dozenten und Studierende könnten die Leinwand „in voller Größe nutzen“, etwa für Präsentationen und Filmvorführungen, verspricht Dekan Mathias Lengfeld.

          Vielleicht werden Studienanfänger in anderen Fächern die Nachwuchs-Architekten um ihren komfortablen Hightech-Hörsaal beneiden. Denn an der Hochschule dürfte es vielerorts eng werden: Gut 15.000 Studenten sind aktuell eingeschrieben, darunter mehr als 3800 Erstsemester – wieder Rekordzahlen. Von den hessischen Fachhochschulen hat nur die Technische Hochschule Mittelhessen noch mehr Studenten; an ihren Standorten Gießen, Friedberg und Wetzlar lernen zusammen gut 15.300 Immatrikulierte. Auch dort ist die Erstsemesterzahl gegenüber dem Wintersemester 2013/14 noch einmal gestiegen, und zwar um acht Prozent.

          G8-Welle ebbt langsam ab

          Ob Fachhochschule oder Universität: Fast alle staatlichen hessischen Hochschulen werden zu Beginn des Wintersemesters so voll sein wie nie zuvor. Dafür sorgen eine hohe Studierquote unter den Abiturienten und relativ geburtenstarke Jahrgänge. Etwas nachgelassen hat der Zustrom infolge der G8-Gymnasialreform, wie die Marburger Uni-Präsidentin Katharina Krause feststellt. Ihre Hochschule verzeichnet bei den Erstsemestern einen Rückgang um fast 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr – nach Krauses Worten unter anderem deshalb, weil weniger G8-Abgänger aus Nordrhein-Westfalen nach Marburg kommen.

          Auch in Hessen ebbe die G8-Welle ab, sagt Krause, derzeit Sprecherin der Konferenz Hessischer Universitätspräsidien. Sie rechnet deshalb damit, dass die Erstsemesterzahl in der Landesbilanz für dieses Jahr etwas niedriger liegen wird als 2013. Unterm Strich verlassen aber immer noch weniger Absolventen die Unis als Anfänger hinzukommen, so dass die Gesamtzahl der Studenten weiter steigt.

          Hochschulen beteuern gute Vorbereitung

          Unisono beteuern die Hochschulpräsidien, dass man auf diese Entwicklung so gut wie möglich vorbereitet sei. Die Frankfurter Uni-Vizepräsidentin Tanja Brühl sagt, sie freue sich über die „ungebrochen hohe Nachfrage“ nach Studienplätzen an ihrer Hochschule. Mit mehr als 46.000 Immatrikulierten, darunter 8000 Erstsemestern, bleibt die Goethe-Uni mit weitem Abstand die größte in Hessen, es folgen Gießen (27.500 Studenten), Marburg (26.500), Darmstadt (26.000) und Kassel (23.800).

          Räumlich und personell sieht Brühl ihre Universität für die nächsten Monate gut gerüstet. Dank des nun zur Verfügung stehenden Seminarpavillons auf dem Westend-Campus gebe es für die Lehre nun etwas mehr Platz. Zum Sommersemester werde dann ein bis dahin fertig gestelltes Seminarhaus die Lage weiter entspannen. Überdies habe die Uni fast alle 40 Stellen ihres Professoren-Programms besetzt, das besonders den Fachbereichen mit Zulassungsbeschränkung zugute komme. Gleichzeitig habe man dank dieses Programms in einigen stark frequentierten freien Fächern wie Ethnologie und Philosophie auf einen Numerus clausus verzichten können.

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