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Studentenrekord zum Wintersemester : Hessens Hochschulen so voll wie nie

  • -Aktualisiert am

Vorlesung im Gießener Kinopolis

Solche Hürden wenn irgend möglich zu vermeiden, sei im übrigen eine „Grundhaltung“ der hessischen Universitäten, so Krause. Sie täten alles, um ihre Kapazitäten auszuweiten, notfalls durch das kurzfristige Einstellen von Personal: „Wir fahren seit Jahren freiwillig hohe Überlast in den stark nachgefragten Fächern.“

An den Fachhochschulen ist die Lage ähnlich. Lehrveranstaltungen auch in den Abendstunden und in gemieteten Räumen außerhalb des Campus: „Wir reizen so ziemlich alles aus, was geht“, sagt Karim Khakzar, Präsident der Hochschule Fulda, mit etwa 8000 Studenten Hessens kleinste staatliche Fachhochschule. Es habe sich „glücklich ergeben“, dass die Hochschule Teile des Bürogebäudes eines privaten Investors nutzen könne. Die TH Mittelhessen wiederum verlegt ähnlich wie die Darmstädter FH Vorlesungen in Kinosäle. Das ist allerdings keine Notlösung, wie ihr Sprecher erläutert: Die Nutzung des Gießener Kinopolis auch für Lehrzwecke sei „von Anfang an geplant“ gewesen.

Zu bewältigen ist der anhaltende Zustrom nach Khakzars Worten nur dank der Zuschüsse aus dem Hochschulpakt 2020, den Bund und Länder geschlossen haben, um mit den steigenden Studentenzahlen zurechtzukommen. An der Hochschule Fulda mache das Geld aus diesem Topf derzeit ungefähr 30 Prozent des Gesamtbudget aus, berichtet Khakzar, Sprecher der Konferenz Hessischer Fachhochschulpräsidien. „Diese Mittel sind für uns überlebensnotwendig.“ Der Präsident wird es denn auch gerne gehört haben, dass das Land laut Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) den Pakt so erfüllen will, dass für jeden Euro vom Bund ein Euro aus dem Landesetat dazu gezahlt wird.

SPD kritisiert Rheins Budget-Ankündigung

Überhaupt wurde diese Zusage des Ministers wie auch sein Versprechen, das Grundbudget für die Hochschulen im nächsten Jahr um 26 Millionen Euro anzuheben, überwiegend freundlich aufgenommen. Nicht alle Uni-Präsidenten reagierten freilich so entzückt wie Joybrato Mukherjee in Gießen, der Hessen nun in Sachen Hochschulfinanzierung „auf dem Weg an die Spitze“ der Bundesländer sieht. Vor allem aus Südhessen waren Fragen zu hören, wie sich das Grundbudget wohl nach 2015 entwickle und welcher Anteil des freiwerdenden Bafög-Etats dafür zur Verfügung stehen werde.

Im nächsten Jahr kann das Land über 79,6 Millionen Euro verfügen, die ursprünglich für die nun vom Bund komplett getragene Ausbildungsförderung eingeplant wurden. Die von Rhein angekündigten Zuwächse bei Grundbudget und Hochschulpakt-2020-Mitteln belaufen sich zusammen nur auf rund 48 Millionen Euro. Rhein habe offen gelassen, wofür die restlichen 31 Millionen Euro ausgegeben werden sollten, kritisierte die SPD im Landtag. Den jungen Leuten, die jetzt die Hochschulen bevölkern, werden solche Zahlenspiele egal sein. Hauptsache, sie bekommen einen Platz im Hörsaal, im Seminar und in der Mensa.

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