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Regionalflughafen : Bundesverwaltungsgericht erlaubt Ausbau von Kassel-Calden

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Die Landebahn kann von 1500 Meter auf 2500 Meter ausgebaut werden und Ferienflieger anziehen: Kassel-Calden Bild: dpa

Für Hessens Wirtschaftsminister Posch ist es eine „gute Nachricht für Nordhessen“: Dem Ausbau des Kasseler Flughafens Calden steht nichts mehr im Wege. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat entschieden, dass der Verkehrslandeplatz zu einem Flughafen ausgebaut werden darf.

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          Dem Ausbau des Kasseler Flughafens Calden steht nichts mehr im Wege. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat entschieden, dass der Verkehrslandeplatz zu einem Flughafen ausgebaut werden darf. Die Leipziger Richter wiesen die letzten drei Beschwerden gegen Urteile des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes (VGH) vom Juni vergangenen Jahres ab. Der VGH hatte grünes Licht für den umstrittenen Ausbau gegeben und damit die 2007 erteilte Baugenehmigung des Regierungspräsidiums bestätigt. Eine Revision hatte der VGH nicht zugelassen. Dagegen hatten Umweltverbände, Kommunen und Anwohner Beschwerden eingelegt, die jetzt jedoch in Leipzig verworfen wurden.

          Der Flugplatz nordwestlich von Kassel sieht jährlich etwa 30.000 Reisende, ist aber für größere Maschinen zu klein. Deshalb gibt es seit Jahren den Plan, die 1500 Meter lange Piste durch eine 2500 Meter lange zu ersetzen. Dann könnten auch typische Ferienflieger wie Boeing 737 oder Airbus A 320 in Calden landen. Gegen das mindestens 151 Millionen teure Projekt gibt es aber Widerstände bei Umweltschützern, Anwohnern und Kommunen. Sie fürchten mehr Lärm, eine höhere Umweltbelastung und zu viel Verkehr auf den Zufahrtsstraßen.

          „Letzte Hürde genommen“

          Hessens Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) sprach von einer „guten Nachricht für Nordhessen“: „Das gerichtliche Überspringen der letzten Hürde ist ein außerordentlich positives Signal für die Entwicklungschancen des Logistikstandortes Nordhessen.“ Ein leistungsfähiger Regionalflughafen verbessere die Infrastruktur und schaffe neue Arbeitsplätze. Positiv wurde die Entscheidung auch beim Regierungspräsidium aufgenommen, das das Planfeststellungsverfahren ausgearbeitet hatte. „Wir freuen uns, dass wir in allen Instanzen Recht bekommen haben. Das bestätigt die gute Arbeit unserer Mitarbeiter.“

          Die Bürgerinitiative gegen den Flughafenausbau zeigte sich hingegen schockiert von der Entscheidung. „Das ist ein Hammer“, sagte der Vorsitzende Hans Weichlein. „Wir hätten zumindest mit einem Teilerfolg gerechnet. Zumindest die Anwohner, die von einer Enteignung bedroht sind, hätten mit ihrer Beschwerde durchkommen müssen.“ Das letzte Wort sei das nicht. „Wir machen weiter und gehen vor das Bundesverfassungsgericht und den Europäischen Gerichtshof.“ Die Entscheidung aus Leipzig sei „noch lange nicht das Ende der Fahnenstange“.

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