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Prozess um getötetes Mädchen : Siris Eltern belasten sich gegenseitig

  • Aktualisiert am

Die Eltern der kleinen Siri vor Gericht Bild: dpa

Die Eltern der zu Tode misshandelten kleinen Siri haben sich im Mordprozess vor dem Limburger Landgericht gegenseitig belastet. Die Mutter berichtete, ihr ehemaliger Freund habe Siri in ihrem Autositz auf den Boden fallen gelassen. Der Vater konterte, die Mutter habe das kleine Mädchen vernachlässigt.

          Die Eltern der zu Tode misshandelten kleinen Siri haben sich im Mordprozess vor dem Limburger Landgericht am Montag erneut gegenseitig belastet. Die 36 Jahre alte Mutter berichtete, ihr ehemaliger Freund sei grob mit dem Baby umgegangen und habe Siri zum Beispiel in ihrem Autositz auf den Boden fallen gelassen. Nach Darstellung des 24 Jahre alten Vaters dagegen soll die Mutter das kleine Mädchen vernachlässigt und sich von Dämonen verfolgt gefühlt haben. Siri war im Mai 2008 im Alter von acht Monaten in der elterlichen Wohnung in Wetzlar an ihren schweren Verletzungen gestorben.

          Siri war nach Darstellung eines Gerichtsmediziners der Schädel zertrümmert worden. „Sie wurde entweder gegen irgendwas geschleudert oder zweimal mit der Faust geschlagen“, sagte der Mediziner am Montag. Einen Unfall schloss er aus.

          „Dummer Unfall mit tödlichem Ausgang“

          Der Angeklagte, der am Montag sehr selbstsicher wirkte, soll seiner damaligen Freundin kurz nach der Festnahme berichtet haben, das Baby sei vom Kühlschrank gefallen. In einem Brief an sie aus der Untersuchungshaft schrieb er eine andere Version von einem „dummen Unfall mit tödlichem Ausgang“: Beim Tanzen und Herumwirbeln mit dem Kind sei der Teppich weggerutscht, und das Mädchen dabei mit dem Kopf gegen einen Schrank gestoßen, heißt es in dem Brief. Das sei einige Tage vor dem Tod des Kindes passiert, sagte der Mann in der Verhandlung.

          Der Gerichtsmediziner berichtete, das Kind sei über Monate hinweg misshandelt worden. Es habe unter anderem mehrere Verletzungen im Gesicht gehabt, die von einer Schere oder einem Schraubenzieher stammen könnten. Eventuell seien sie dem bereits bewusstlosen Kind zugefügt worden, um eine Verletzung von einem Tier vorzutäuschen.

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