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Sperrungen geplant : Fastnachtsumzüge unter besonderem Schutz

Gut gesichert: Polizistinnen bei der Mainzer Weiberfastnacht 2016 Bild: Frank Röth

Die Frankfurter Polizei setzt bei den anstehenden Fastnachtsumzügen auf Anti-Terror-Einheiten und Betonbarrieren. In Mainz und Wiesbaden sind Sperrungen geplant.

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          Reihenweise Betonpoller an der Zugstrecke, Fahrverbote für Lastwagen, dazu der Einsatz schwerbewaffneter Beamter: Die großen Fastnachtsumzüge in der Region sind in diesem Jahr so gut gesichert wie nie. Nicht nur in der Karnevalshochburg Mainz, sondern auch in Frankfurt hat die Polizei aus Sorge vor Terrorangriffen das Sicherheitskonzept verschärft. Hunderte Beamte werden den Zug sichern, wenn er sich an diesem Sonntag von 12.11Uhr an durch die Stadt bewegt.

          Katharina Iskandar
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          An insgesamt acht „neuralgischen Punkten“ werden Betonsperren aufgebaut, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Dazu zählen vor allem größere Straßen, auf denen es theoretisch möglich wäre, mit einem Lastwagen in den Fastnachtszug hineinzurasen. Nicht nur für Weihnachtsmärkte oder große Stadtfeste werde man sich künftig darauf einrichten müssen, unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen zu feiern, so der Sprecher. Auch der Karneval als Großveranstaltung mit Tausenden Besuchern gehöre dazu. „Die Polizei reagiert natürlich auf Ereignisse wie jüngst im Berlin“, so der Sprecher. Jede Veranstaltung werde dafür neu bewertet.

          Mainzer Innenstadt bleibt schwere Lastwagen gesperrt

          Eingesetzt werden in Frankfurt auch spezielle Anti-Terror-Einheiten, sogenannte Interventionsteams, die dank spezieller Ausbildung und Ausrüstung sofort auf Terroranschläge reagieren können. Zudem setzt die Frankfurter Polizei auf die Wachsamkeit der Feiernden. Nach Angaben des Sprechers wird es zwei größere Anlaufstellen geben, an die sich Besucher wenden können; nicht nur bei Terror-Verdachtsfällen, sondern auch im Hinblick auf sexuelle Übergriffe und andere Straftaten. Der Große Rat der Karnevalsvereine will heute in seiner Pressekonferenz ebenfalls zur Sicherheit Stellung nehmen.

          Ähnlich wie in Frankfurt ist die Polizei in Mainz und Wiesbaden aufgestellt. Wie berichtet, bleibt die Mainzer Innenstadt während des Rosenmontagszugs für schwere Lastwagen gesperrt. Mehrere tausend Polizisten sollen für die Sicherheit der rund 500000 Besucher sorgen. Obwohl es bisher keine Erkenntnisse über eine konkrete Gefährdung gebe, gelte es mit Blick auf die Terrorakte von Nizza und Berlin doch einer hohen abstrakten Gefahr gerecht zu werden, teilte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) vergangene Woche mit. Man wolle „alles dafür tun, dass Narren und Besucher die tollen Tage im Land unbeschwert genießen können“. Ein Verbot für größere Lastwagen in der Innenstadt gibt es auch für Wiesbaden. Dort setzt die Polizei zudem auf zusätzliche Kontrollen und Absperrungen an der Zugstrecke.

          Außer Terror und sexuellen Übergriffen haben die Karnevalsvereinigungen noch eine andere Gefahr im Blick: das Wetter. Im vergangenen Jahr waren wegen Sturmwarnungen mehrere Umzüge abgesagt worden, unter anderen der Rosenmontagszug in Mainz. Auch jetzt warnt der Deutsche Wetterdienst wieder vor Sturmböen, und zwar für die Tage von Mittwoch an. Wie lange es windig bleiben wird, ist noch unklar.

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