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Opel-Zoo : Bei der Großvoliere stehen Besucher mitten im Gehege

Zählen zu den Bewohnern des Opel-Zoos: Erdmännchen Bild: dpa

Fast 700.000 Besucher haben 2007 den Opel-Zoo besucht, 100.000 mehr als im Vorjahr. Da sich der Zoo als einziger in Deutschland nur durch Eintrittsgelder finanziert, stehen damit auch Mittel für Bauvorhaben bereit. So ist ein „Rüssels-Heim“ geplant.

          Eine Pause beim Ausbau ist den Verantwortlichen des Opel-Zoos nicht gegönnt. Wobei sie ausgesprochen froh darüber sind: Eine begehbare Vogelvoliere, die mit 2000 Quadratmeter Fläche zu den größten in Deutschland gehören wird, ein Panoramapfad und ein Quartier für den früher als erwartet eingetroffenen Roten Panda werden 2008 im Freigehege für Tierforschung geschaffen. Mehr als 1,7 Millionen Euro sind an Investitionen dafür vorgesehen. Dass dies möglich ist, liegt unter anderem an einer Einzelspende über 300 000 Euro für die Voliere. Und daran, dass Gregor von Opel, Sohn des Zoogründers und Vorsitzender der 2007 gegründeten „Georg von Opel Hessische Zoostiftung“, eine Rekordzahl verkünden konnte. Fast 700.000 Besucher haben 2007 den Opel-Zoo besucht, 100.000 mehr als im Jubiläumsjahr 2006. Da sich der Zoo als einziger in Deutschland ausschließlich durch Eintrittsgelder finanziert, stehen damit auch Mittel für die diesjährigen Bauvorhaben bereit.

          Bernhard Biener

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          Für den Anstieg machte Direktor Thomas Kauffels vor allem das trockene und warme Frühjahr verantwortlich, in dem gleich der April die Erwartungen weit übertroffen habe. Aber auch die Ende 2006 eröffnete Afrika-Savanne habe im folgenden Jahr nachgewirkt. Noch stärker als die allgemeine Besucherzahl stieg die Nachfrage nach der fachkundigen Begleitung durch die Zoopädagogik, die 2007 zehn Jahre alt wurde. Ein Plus von 40 Prozent konnte Kauffels verkünden, weshalb man eine weitere Diplompädagogin eingestellt habe. Der Bestand – 195 Arten mit 1400 Tieren – hat sich der Zahl nach kaum verändert. Dennoch sorgten die Zoobewohner für einige Aufregung. Im August kam ein Giraffenbulle auf die Welt, im Oktober ein Zebrafohlen, und mit der Geburt des weiblichen Elchs Valeska hatte angesichts der jungen Eltern niemand gerechnet. Nur sieben Wochen später ist die Elchmutter allerdings an einer Darmerkrankung verendet. Für sie soll ein anderes Tier kommen, während Valeska gestern Richtung Tierpark Hellabrunn nach München abtransportiert wurde.

          „Rüssels-Heim“ geplant

          Bei der Tierhaltung verlagert sich der Schwerpunkt immer mehr in Richtung geschützter Arten, und auch die Rote Pandabärin ist dem Opel-Zoo aus dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm zugewiesen worden. Dem Tierschutz, verbunden mit pädagogischer Anschauung, soll auch ein geplantes Freilandterrarium mit überwiegend einheimischen Arten dienen, das der 2007 gegründete Förderverein mitfinanziert. Damit beteilige sich der Zoo an der weltweiten Kampagne zum Schutz der Amphibien, sagte Kauffels. Der geplante Panoramaweg durch die Asien-Abteilung soll das Gehege der mesopotamischen Damhirsche erschließen, und besonders freut sich der Zoodirektor auf die Voliere. Dazu wird der Hardtweiher mit Netzen überspannt, so dass Besucher zwischen Enten, Schwarzstörchen und Ibisvögeln umhergehen können. Für Mai ist die Eröffnung geplant.

          Kauffels ist überzeugt davon, dass das jetzt von der Afrika-Savanne und dem neuen Eingangsgebäude geprägte Erscheinungsbild des Opel-Zoos wesentlich dazu beiträgt, dass sich Geldgeber für Großprojekte finden lassen. So stammt die Spende für die Voliere von Klaus Rheinberger, Ehemann der verstorbenen Olympia-Dressurreiterin Lieselott Linsenhoff. Von Opel machte deutlich, dass der Zoo für Großprojekte auf die Hilfe Dritter, auch der öffentlichen Hand, angewiesen sei. Allein für das dringend nötige Elefantenhaus seien zehn Millionen Euro veranschlagt, um alle Anforderungen an die Haltung erfüllen zu können. Kauffels nannte eine Einigung über den öffentlichen Philosophenweg zwischen Kronberg und Königstein, um dessen Entwidmung es Streit zwischen den beiden Städten gibt, als weitere wichtige Voraussetzung für das geplante „Rüssels-Heim“. Wenn sie auch nur ein- oder zweimal im Jahr benötigt werde – für Elefanten müsse es nun einmal eine breitere Zufahrtsmöglichkeit geben.

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