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Odenwaldschule : Geständnis im Kinderporno-Skandal

  • Aktualisiert am

Internat in den Schlagzeilen: die Odenwaldschule in Heppenheim. Bild: dpa

Der unter Kinderporno-Verdacht stehende Lehrer hat zugegeben, Kinderpornos aus dem Internet heruntergeladen zu haben - allerdings vor seiner Zeit an der Odenwaldschule. Die Aufsichtsbehörde zwingt die Schule nun zu einem Krisengespräch.

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          Ein Lehrer der südhessischen Odenwaldschule hat den Besitz von Kinderpornos eingeräumt. Er habe gestanden, diese in einem Internet-Forum heruntergeladen zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft Darmstadt am Freitag mit. Nach eigenen Angaben habe er dies im Frühjahr 2011 getan, danach will er die Software auf seinem Computer nicht mehr benutzt haben. Unterdessen lief am Freitagmittag ein Ultimatum für die Schule ab. Eine Aufsichtsbehörde hatte Antworten auf Fragen verlangt.

          Im Internat war der Pädagoge laut Odenwaldschule seit August 2011 beschäftigt. Die Schule hat ihm inzwischen fristlos gekündigt. Die Wohnung des 32 Jahre alten Lehrers war am 9. April 2014 von der Polizei durchsucht worden. Die Odenwaldschule hatte dies erst zehn Tage später mitgeteilt - an dem Tag, an dem auch „Mannheimer Morgen“ und der „Bergsträßer Anzeiger“ berichteten.

          „Merkwürdiges und komisches“ Verhalten des Lehrers

          Die Aufsichtsbehörde hat am Freitagmittag bekannt gegeben, die Odenwaldschule zu einem Krisengespräch zu zwingen. Das Internat habe ein bis zum Freitagmittag gestelltes Ultimatum für die Beantwortung von Fragen ohne Ergebnis verstreichen lassen, sagte der stellvertretende Landrat des Kreises Bergstraße, Matthias Schimpf (Grüne), in Heppenheim kurz nach Ablauf der Frist. Der Landkreis hat die Aufsicht über das Internat der Schule. Das staatliche Schulamt Heppenheim ist für den Schulbetrieb zuständig. Diese Aufsicht oder das übergeordnete Kultusministerium soll an dem für Dienstag (29. April) geplanten Krisengespräch ebenfalls teilnehmen.

          Die Staatsanwaltschaft teilte mit, ein im Zusammenhang mit einem Anfangsverdacht gegen den Lehrer eröffnetes separates Ermittlungsverfahren sei wieder eingestellt worden. Dies habe nichts mit der Kinderporno-Durchsuchung zu tun, sondern mit erst jetzt bekannt gewordenen Äußerungen von Schülern aus dem vergangenen Sommer.

          Laut Schule hatte es 2013 erste Hinweise gegeben: Schüler hatten angeben, der Lehrer habe ein „merkwürdiges und komisches“ Verhalten an den Tag gelegt. Sexuelle Übergriffe und damit ein strafrechtliches Verhalten des Mannes seien aber nicht festgestellt worden, sagte Staatsanwalt Krüger. „Dafür gab es keine konkreten Anhaltspunkte.“

          Vor Jahrzehnten waren an der Schule mindestens 132 Schüler von Lehrern sexuell missbraucht worden. Die Schule hatte versprochen, sich vor allem an der Spitze umzustrukturieren und für die Schüler Sicherheiten einzubauen, die sexuelle Übergriffe verhindern sollen.

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