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Odenwaldschule : Abschlussbericht über Missbrauchsfälle

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Will einen Schlussstrich ziehen: Die Odenwaldschule in Ober-Hambach bei Heppenheim.
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          Die Untersuchung will auch auf Art und Umfang der sexuellen Übergriffe eingehen. Dies hatte die frühere Bundesfamilienministerin Rita Süssmuth (CDU), die die renommierte Privatschule bei der Neuausrichtung berät, bereits vor einigen Tagen angekündigt.

          Zuletzt war von rund 125 Missbrauchs-Opfern die Rede. Bei der 100-Jahr-Feier der Schule im Juli hatten die Anwältin Claudia Burgsmüller und die ehemalige Präsidentin des Oberlandesgerichts Frankfurt, Brigitte Tilmann, einen Zwischenbericht vorgelegt. Darin waren sie von mehr als 50 sexuell missbrauchten Schülern ausgegangen. „Wir sind noch lange nicht am Ende“, hatte Tilmann aber damals betont. Der frühere Schulleiter Gerold Becker, der im Juli dieses Jahres in Berlin starb, wurde allein in 17 Fällen des Missbrauchs von Jungen beschuldigt. Die Staatsanwaltschaft ermittelte zusätzlich gegen etwa ein Dutzend Lehrer, stellte die Verfahren aber meist wegen Verjährung ein.

          Stiftung soll Opfer entschädigen

          Die Frage nach einer Entschädigung der Opfer hat die Schule in den vergangenen Wochen erneut in Turbulenzen gestürzt. Der Vorsitzende des Schulvorstands, Michael Frenzel, und Vorstandssprecher Johannes von Dohnanyi traten Ende November zurück. Der Schulleitung warfen sie vor, eine zügige Entschädigung der Opfer zu behindern. Süssmuth wiederum wies die Kritik an der Schulleitung zurück. Die Schule will eine Stiftung einsetzen, die die Entschädigung regeln soll.

          Die Odenwaldschule, von dem Pädagogen Paul Geheeb (1879-1961) gegründet, gilt als eine der bekanntesten deutschen Reformschulen. Erste Berichte über sexuellen Missbrauch an der Schule hatte es bereits Ende der 1990er Jahre gegeben.

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