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Nach Störfall : Korbacher Müllofen arbeitet wieder

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Heiße Sache: Blick in die Verbrennungsanlage eines Müllheizkraftwerks Bild: Astis Krause

Gut zwei Monate nach einem Störfall arbeitet das umstrittene Müllheizkraftwerk im nordwesthessischen Korbach wieder. Bei dem Störfall Ende August war zu viel Quecksilber freigesetzt worden.

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          Gut zwei Monate nach einem Störfall arbeitet das umstrittene Müllheizkraftwerk im nordwesthessischen Korbach wieder. Der Betreiber hat die Freigabe zum Wiederanfahren der Abfallverbrennung erhalten, teilte das Kasseler Regierungspräsidium mit. „Alle von der Umweltbehörde beim Regierungspräsidium nach einer Betriebsstörung im August geforderten Änderungen hat der Betreiber vorgenommen und die ausstehenden Unterlagen vorgelegt“, hieß es von der Aufsichtsbehörde.

          Bei dem Störfall Ende August war zu viel Quecksilber freigesetzt worden. Quecksilber ist hochgiftig, eine Gefahr für die Anwohner hat nach Angaben des Regierungspräsidiums aber nicht bestanden.

          Verlust durch Ausfall der Anlage

          Das Regierungspräsidium hatte kritisiert, dass der Betreiber zunächst nur Probleme mit Messgeräten gemeldet hatte - nicht aber, dass tatsächlich zu viel Quecksilber in der Luft war. Erst nach eineinhalb Tagen wurde der Ausstoß des Giftes gemeldet. Inzwischen habe das Unternehmen aber nachgebessert und Kontrollen und Filter verstärkt. Wird der Grenzwert überschritten, soll eine Automatik die Anlage abriegeln. Die Reste des belasteten Brennstoffes, der für den Störfall verantwortlich war, seien als Sondermüll beseitigt worden.

          Wegen des Vorfalles muss der Betreiber, eine Tochter der Mannheimer MVV Energie AG, mit einer Ordnungsstrafe rechnen. Ursprünglich hatte sogar die Staatsanwaltschaft ermittelt. Weil die Gesundheit der Anwohner nicht in Gefahr gewesen sei, gehe es nun aber nur um eine Ordnungswidrigkeit, hieß es vom Regierungspräsidium. Die Strafe wird vermutlich mehrere Tausend Euro betragen. Viel höher ist für das Unternehmen jedoch der Verlust, den der Ausfall der Anlage mit sich bringt. Der im vergangenen Jahr in Betrieb gegangene Müllofen hat eine Feuerungsleistung von 36 Megawatt und verbrennt im Jahr maximal 75.500 Tonnen Abfall.

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