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Nach Rücktritt : Was Irmers Rückzug auslöste

  • -Aktualisiert am

Kein stellvertretender Fraktionschef mehr: Hans-Jürgen Irmer (CDU) Bild: dpa

Die Kritik an einem Artikel samt Anzeige im „Wetzlar-Kurier“ sorgten für den Rücktritt des umstrittenen CDU-Bildungspolitikers Hans-Jürgen Irmer. Doch was genau stand darin?

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          Anlass für den Rücktritt des umstrittenen Unionpolitikers Hans-Jürgen Irmer waren ein Artikel und eine Anzeige in der Februar-Ausgabe des von ihm herausgegebenen Anzeigenblattes „Wetzlar-Kurier“.

          Ralf Euler
          (ler.), Rhein-Main-Zeitung

          In dem Artikel schreibt Irmer: „Was wir bzw. der Islam vor allen Dingen dringend benötigen, ist eine vorbehaltlose Diskussion über die Relevanz gewaltlegitimierender Inhalte des Korans.“ Zudem fordert er darin eine offene Debatte: Er wünsche sich, öffentlich sagen zu können, dass Muslime „natürlich Teil unseres Landes sind. Aber ich wünsche mir auch, dass wir sagen können, dass zur deutschen Identität der Islam nicht gehört, anders als die christlich-jüdischen Wurzeln“.

          Vor allem störte die CDU eine Anzeige des Vereins „Die Deutschen Konservativen“ mit der Überschrift „Der Koran im Klartext: Religion des Friedens?“, in der aus einigen Suren zitiert wird. Laut der Anzeige geht es darin um Gewalt gegen Ungläubige. Den „Grundsatzartikel“ zum Thema Islamistischer Terror und Christenverfolgung habe er selbst veröffentlicht, bestätigte Irmer. Die Anzeige jedoch sei „von dritter Seite in Auftrag gegeben“ worden.

          Der CDU-Fraktionschef im Landtag, Michael Boddenberg, akzeptierte die Entscheidung Irmers, seine Ämter als stellvertretender Vorsitzender und bildungspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion zur Verfügung zu stellen, „ausdrücklich“. Die Opposition kommentierte den  Rücktritt als „überfällig“. Die Grünen, Bündnispartner der CDU, hatten die Entgleisungen Irmers koalitionsintern seit längerem scharf kritisiert, jetzt nahmen sie den Rücktritt „zur Kenntnis“.

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