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Mittelhessen : Wolf oder Hund? Senckenberg soll Frage klären

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Gemeinsam mit Hund „Juna” hatte sich die Biologin Susanne Jokisch auf die Fersen des mutmaßlichen Wolfs bei Gießen geheftet und wenige Spuren gefunden Bild: dpa

Der in Mittelhessen zu Wochenbeginn gesichtete mutmaßliche Wolf lässt sich nicht mehr blicken. Allerdings soll er bei einer Kollision mit einem Auto zwei Haare gelassen haben. Diese werden nun von Senckenberg-Forschern einem DNA-Test unterzogen.

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          Forscher des Senckenberg-Instituts sollen zweifelsfrei klären, ob das in Mittelhessen mehrmals gesehene verletzte Tier ein Wolf ist. Eine DNA-Probe sei unterwegs in die Senckenberg-Außenstelle Gelnhausen, sagte ein Polizeisprecher in Gießen. Zwei dünne Härchen seien am Mittwoch an einem Auto gesichert worden, das den angeblichen Wolf am Sonntag angefahren habe. Danach war ein verletztes Tier in der Gegend gesehen worden - eine Suche brachte aber kein Ergebnis.

          Für Wölfe ist das Senckenberg-Institut als nationales Referenzzentrum die zentrale Anlaufstelle. Die Wissenschaftler untersuchen den genetischen Fingerabdruck einzelner Tiere und schließen daraus auf Herkunft und Verbreitung.

          Nabu: Gießener Wolf braucht nun vor allem Ruhe

          Senckenberg-Experte Carsten Nowak hofft, anhand der winzigen Probe eindeutig nachweisen zu können, ob die Härchen von einem Wolf oder einem Hund stammen. Vielleicht lasse sich damit auch die Herkunft des Tieres bestimmen. „Aber wir haben die Probe noch nicht“, sagte Nowak am Freitag. Mit einem Ergebnis sei nicht vor Ende nächster Woche zu rechnen. Die Gelnhäuser Wissenschaftler hatten im vergangenen Jahr nachgewiesen, dass der Wolf, der seit einigen Jahren im nordhessischen Reinhardswald lebt, aus Ostdeutschland zugewandert ist.

          In Mittelhessen ist das an einem Hinterbein verletzte Tier seit Montagabend nicht mehr gesehen worden, sagte der Polizeisprecher. Die Suche werde nicht fortgesetzt, die Polizei gehe lediglich Hinweisen nach. Das begrüßen Naturschützer: „Die Behörden handeln derzeit richtig, den Wolf ganz in Ruhe zu lassen“, sagte Gerhard Eppler vom Naturschutzbund (Nabu) laut einer Mitteilung. Der Gießener Wolf brauche nun vor allem Ruhe, damit eine Chance auf Ausheilung seiner Verletzung bestehe. Die Bevölkerung solle auch nicht aus Neugier auf Wolfssuche gehen ­ es gebe in Wildparks genug Gelegenheit, sich die Tiere anzusehen.

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