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"Mainviertel" : HfG bekommt Neubau im Offenbacher Hafen

  • -Aktualisiert am

Im früheren Offenbacher Hafen soll die Hochschule für Gestaltung einen Neubau erhalten Bild: ©Helmut Fricke

Die Entscheidung ist gefallen: Hessen will 100 Millionen in die Hochschule investieren. Offenbach wünscht sich aber einen Baubeginn vor 2015.

          Die landeseigene Hochschule für Gestaltung (HfG) soll im früheren Offenbacher Hafen einen zirka 100 Millionen Euro teuren Neubau erhalten. Stefan Grüttner (CDU), Chef der Hessischen Staatskanzlei, sagte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: „Die Grundsatzentscheidung zugunsten eines Neubaus der HfG im Offenbacher Hafen ist gefallen.“

          Nach der Mitteilung, dass sich die sechs Frankfurter Osthafenbetriebe, die gegen die geplante Wohnbebauung auf der Offenbacher Hafeninsel erfolgreich geklagt hatten, mit der Stadt über einen Vergleichsvertrag geeinigt haben, ist dies binnen weniger Tage die zweite bedeutsame Entscheidung für die Entwicklung des Hafenareals. Wie Grüttner sagte, haben sich Finanzminister Karlheinz Weimar (CDU) und HfG-Präsident Bernd Kracke darauf geeinigt, den Neubau von 2015 an in zwei Bauabschnitten zu erstellen. Die Planung solle von demselben Architekten stammen, damit ein „Neubau aus einem Guss“ entstehe. Zu dem Projekt wird ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben.

          „Wir haben jetzt eine Perspektive“

          Er sei über die Grundsatzentscheidung begeistert, sagte Kracke: „Unser Hauptziel ist erreicht. Wir haben jetzt eine Perspektive.“ Der HfG-Präsident will weiterhin versuchen, den Termin für den Baubeginn vorzuverlegen, um das Neubauprojekt nicht erst um 2020 zu beenden.

          Der Offenbacher Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) sagte auf Anfrage: „Das ist eine tolle, langersehnte Botschaft, die aus Wiesbaden kommt.“ Nicht nur die Entwicklung im Hafen werde Auftrieb erhalten, sondern auch die Rhein-Main-Region. Zugleich machte Schneider deutlich, dass er sich einen früheren Baubeginn wünsche, etwa 2012/13.

          Vom Wasser bestimmte Erholungslandschaft geplant

          Die Umwandlung des in den neunziger Jahren stillgelegten Offenbacher Hafens in das „Mainviertel“ ist Offenbachs wichtigstes Projekt zur Stadtentwicklung. Auf dem 32 Hektar großen Areal sollen neben einem hochwertigen Wohngebiet ein Zentrum der Kreativwirtschaft und eine vom Wasser bestimmte Erholungslandschaft entstehen. Vorangetrieben wird das Projekt von der städtischen Mainviertel GmbH. Der Neubau der HfG im Hafen gilt als „Ankerprojekt“. Die Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft ABG hat bereits angekündigt, auf der Hafeninsel drei Gebäuderiegel mit 150 Mietwohnungen zu bauen und 51 Millionen Euro zu investieren. Die Stadt hat überdies beschlossen, im Hafen für 32 Millionen eine Grundschule samt Sporthalle zu bauen.

          Als Standort für den HfG-Neubau vorgesehen sind die Grundstücke, die sich auf dem Hafengelände entlang der Nordumgehung erstrecken, und zwar von der Einmündung in Höhe Taunusstraße nach Westen in Richtung Frankfurt. Während die HfG an ihrem Stammsitz in der Schlossstraße nur über 8000 Quadratmeter Fläche verfügt und gezwungen ist, einen Teil der Ateliers und Arbeitsräume in eine Dependance an der Geleitsstraße auszulagern, sollen in dem Neubau 14 000 Quadratmeter bereitstehen.

          Im ersten Bauabschnitt werden laut Grüttner der Altbau an der Schlossstraße und das Erweiterungsgebäude an der Ludo-Mayer-Straße geräumt. Im zweiten Abschnitt solle das im Besitz des Landes befindliche Isenburger Schloss frei gemacht werden. Danach werde die Hochschule ihren Neubau vollständig bezogen haben. Im bisherigen Hochschulcampus werde man nur noch kleinere Investitionen tätigen. Der Schlosshof im Zentrum des Campus solle aber neu gestaltet werden. Mit Blick auf die nachfolgende Nutzung der Gebäude an der Schlossstraße sagte Grüttner, die Stadt Offenbach habe hierfür noch kein Konzept vorgelegt. Auch müsse noch über den Kaufpreis für die Grundstücke im Hafen verhandelt werden.

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