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Landesbank : Helaba-Konzern beendet 2008 „leicht negativ“

Kommt um Bewertungskorrekturen auf „ein bonitätsmäßig einwandfreies Wertpapierportfolio” nicht herum: die Helaba Bild: AP

Andere Landesbanken verbuchen Verluste - die Helaba aber hat im Krisenjahr 2008 einen Gewinn gemacht. Unter dem Strich verdiente sie 207 Millionen Euro. Doch kommt der Helaba-Konzern um Bewertungskorrekturen auf „ein bonitätsmäßig einwandfreies Wertpapierportfolio“ nicht herum. Sein Ergebnis ist „leicht negativ“.

          Die Helaba hat im vergangenen Jahr scheinbar zugleich einen Gewinn und einen Verlust erwirtschaftet. Das öffentlich-rechtliche Kreditinstitut meldete für die Bank - ohne Tochtergesellschaften - auf Basis der Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Handelsgesetzbuch einen Gewinn in Höhe von 207 Millionen Euro. Zugleich teilte das Haus aber mit, dass das Ergebnis des gesamten Konzerns auf Basis der Rechnungslegung nach den internationalen Bilanzierungsvorschriften IFRS „leicht negativ“ ausfallen werde. Eine Zahl wurde nicht genannt.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Die unterschiedliche Bilanzierung nach HGB und IFRS fällt derzeit vor allem deshalb ins Gewicht, weil mit Wertpapieren, die die Bank hält, anders verfahren wird. Bei den internationalen Standards werden sie mit dem gesunkenen aktuellen Wert berücksichtigt. Die Helaba hatte zuletzt stets IFRS-Abschlüsse vorgelegt; so hatte das Konzernergebnis nach dieser Rechnungsmethode nach Steuern 2007 noch 353 Millionen Euro betragen. Wie der Abschluss nach IFRS im Einzelnen aussehen wird, will das Kreditinstitut am 2. April bekanntgeben. Gestern wurde das Minus mit Bewertungskorrekturen beim Wertpapierportfolio begründet, das aber als solches bonitätsmäßig einwandfrei sei. Die Helaba weist seit längerem darauf hin, dass ihre Anlagepolitik ausgesprochen konservativ sei.

          100 Millionen Euro in die Rücklagen

          Die Kernkapitalquote des Konzerns habe am 31.Dezember bei 8,3 Prozent gelegen. Mit dem Jahresabschluss werde das Kernkapital durch Umwidmung von Vorsorgereserven und Gewinnrücklagen um 400 Millionen Euro erhöht, so dass die Quote weiter steige, hieß es, ohne dass eine Prozentzahl genannt wurde. „Die Helaba erfüllt damit aus eigener Kraft die während der Finanzmarktkrise deutliche gestiegenen Anforderungen des Marktes an das Kernkapital und hält einen ausreichenden Kapitalpuffer für die sich verschärfende Rezession vor“, äußerte der Vorstandsvorsitzende Hans-Dieter Brenner.

          Beim Einzelabschluss der Bank soll von den 207 Millionen Euro eine Dividende in Höhe von drei Prozent gezahlt werden; 100 Millionen werden den Rücklagen zugeführt. Das operative Ergebnis der Helaba sei um elf Prozent auf 1,05 Milliarden Euro gestiegen. Auch die Frankfurter Sparkasse weise einen positiven Jahresabschluss auf, teilte der Konzern ohne weitere Angaben mit. Zu Ergebnissen anderer Tochterunternehmen äußerte sich die Helaba nicht. Am Montag hatte der neue Präsident des Sparkassen- und Giroverbands Hessen-Thüringen, Gerhard Grandke, wissen lassen, dass sich die Verselbständigung der 1822 Direkt, also der Direktbanktochter der Frankfurter Sparkasse, mit einer eigenen Banklizenz verzögere. Die Rede davon war schon vor zwei Jahren.

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