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Kloster Eberbach : Mittelalterliches Wohnhaus entdeckt

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Bauarbeiten wie auf diesem Foto gab es am Kloster Eberbach schon vor einigen Jahren. Jetzt hat ein Bagger Fundamente eines mittelalterlichen Wohnhauses freigelegt Bild: Cornelia Sick

Zufallsfund in Eltville: Bei Bauarbeiten am Kloster Eberbach hat ein Bagger Fundamente eines mittelalterlichen Wohnhauses ausgegraben.

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          Ein Bagger hat bei Bauarbeiten am Kloster Eberbach einen „sensationellen Fund“ ausgegraben - aber nur für kurze Zeit. Bei Sanierungsarbeiten der Klosteranlage wurden Fundamente eines mittelalterlichen Wohnhauses freigelegt. „Die Sensation ist, dass hier kein Mönch oder Abt residierte, sondern ein Weltlicher“, berichtete Archäologe Frank Lorscheider am Freitag. Doch das Fundstück offen zu erhalten, sei teuer. In wenigen Wochen werden die Fundamente wieder zugeschaufelt.

          Die Überraschung in Eltville war groß, als Bauarbeiter unerwartet auf eine Mauer stießen. Und „nicht nur eine Mauer, sondern ein ganzes Gebäude mit vorgelagertem Treppenturm“, sagte Lorscheider. Neben den Mauerresten entdeckten die Experten auch gepflasterte Böden, ein Türdekor aus Bronze sowie Glasscherben. „Das Haus muss also viele Fenster gehabt haben“, folgerte der Archäologe. Womöglich habe dort im 15. Jahrhundert ein wohlhabender Verwalter des Klosters gelebt. Gefunden wurde auch eine Wasserleitung - für das späte Mittelalter „sehr ungewöhnlich“, so der Experte.

          Mehr als 200 Jahre lang vergraben

          Mehr als 200 Jahre lang lagen die Reste des einstigen Wohnhauses vergraben. Sie waren im Boden konserviert. „Wir haben Glück, dass wir das Gebäude in dem Zustand gefunden haben“, sagte Lorscheider. In den nächsten Tagen werden Archäologen die Entdeckungen fotografieren und dokumentieren. Doch den Fund für die Öffentlichkeit sichtbar zu erhalten, ist nach Angaben des Klosters zu teuer. „Er wird wieder mit Erde überdeckt, geschützt von einem Vlies“, erklärte Lorscheider.

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